Werbung

Sammeln und Spalten

Wolfgang Hübner über eine Krise der Europäischen Linken

  • Von Wolfgang Hübner
  • Lesedauer: 2 Min.

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Diese Nachricht konnten die Linken in Europa nun als Letztes gebrauchen: Mit dem Austritt der französischen Linkspartei des einstigen Sozialdemokraten Jean-Luc Mélenchon aus der Europäischen Linkspartei wird das linke Spektrum uneiniger, unübersichtlicher. Und das in einer Zeit, da die Rechte in weiten Teilen des Kontinents entschlossen marschiert. Die Begründung mutet absurd an: Die Sozialkürzungen der griechischen Regierung, geführt von SYRIZA, seien nicht mehr hinnehmbar. Ja, die Tsipras-Partei hat Renten gekürzt, ins Streikrecht eingegriffen, Staatseigentum verkauft. Aber Mélenchon geht mit leichter Hand darüber hinweg, unter welch brutalem Druck der EU-Großmächte SYRIZA stand und steht.

Der Austritt aus der Europa-Linken löst kein Problem, schafft aber neue. Bei der Europawahl im nächsten Jahr wird nun neben den herkömmlichen Linksparteien und dem Varoufakis-Projekt DiEM25 eine dritte linke Kraft um Stimmen kämpfen. Zudem gilt die durchaus erfolgreiche Mélenchon-Bewegung, die auf seine Person zugeschnitten ist, als Referenz und Vorbild für die angekündigte Sammlungsbewegung von Sahra Wagenknecht und Oskar Lafontaine. Diese soll, so die Initiatoren, die Linke stärken, nicht spalten. Der Impulsgeber aber spaltet - sich ab. Und andere gleich mit.

Das als Aufbruch zu verkaufen, dürfte schwer fallen. Denn der Grat zwischen Sorge um die Zukunft der Linken und politischem Egotrip ist hier sehr, sehr schmal.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

Noch kein Abo?

Jetzt kostenlos testen!

14 Tage das »nd« gratis und unverbindlich als App, digital oder gedruckt.

Kostenlos bestellen

Das Blättchen Heft 20/18