Aufruhr in der Dolmetscherkabine

Erstmals seit mehr als 25 Jahren drohen Angestellte des Europaparlaments mit Arbeitsniederlegungen

  • Von Peter Eßer
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

24 Amtssprachen hat die Europäische Union. Wenn bei Sitzungen und Kongressen jeder seine Sprache spricht und von allen verstanden werden soll, ergeben sich so 552 mögliche Sprachkombinationen - Gäste, etwa aus potenziellen EU-Beitrittsländern, nicht eingerechnet. Das Europäische Parlament verfügt deshalb über den größten Sprachdienst weltweit. Doch in der Dolmetscherkabine rumort es.

Die Parlamentsverwaltung hat eine Überarbeitung der Arbeitsbedingungen des Sprachpersonals beschlossen, die flexiblere und längere Arbeitszeiten vorsieht. So sollen die Dolmetscher zu mehr außerordentlich frühen oder späten Einsätzen beordert werden können. Die maximale Zeit, die sie am Tag in der Kabine verbringen dürfen, soll auf acht Stunden ausgeweitet werden und die vorgeschriebene Ruhezeit zwischen zwei Arbeitstagen bei elf Stunden liegen. »Die Beschlüsse der Verwaltung gehen viel zu weit«, klagt eine Dolmetscherin, die als Beamtin der EU nicht ...


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