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Nashörner aus dem Labor?

Wissenschaftler versuchen, das Nördliche Breitmaulnashorn als Art zu retten. Von Gisela Gross

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Sudan. Das letzte männliche Nördliche Breitmaulnashorn 1973-2018«: So steht es auf einem Gedenkstein zur Erinnerung an den weltbekannten Dickhäuter, der kürzlich in Kenia wegen Altersschwäche eingeschläfert werden musste. Nach der traurigen Nachricht vom März keimt jetzt wieder Hoffnung auf: Forscher wollen die Ausrottung mit Methoden der künstlichen Reproduktion und der Stammzellforschung aufhalten - und damit auch die Vorlage liefern für die Rettung weiterer hochgefährdeter Arten.

Nur noch zwei Weibchen sind übrig von der einst in Zentral- und Ostafrika verbreiteten Unterart. Die Methode, mit der der Coup einer Wiederbelebung gelingen soll, stellt das Team um den Veterinärmediziner Thomas Hildebrandt vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) in Berlin im Fachblatt »Nature Communications« (DOI: 10.1038/ s41467-018-04959-2) vor. Die Forscher haben es geschafft, im Labor Nashorn-Embryonen zu erzeugen und zu kultivieren. »Dies sind die weltweit ersten in vitro produzierten Nashorn-Embryos«, erklärt Hildebrandt. Werde der Embryo einer Leihmutter eingesetzt, seien die Chancen »sehr hoch«, dass diese trächtig werde.

Allerdings handelt es sich noch nicht um reine Embryos der bedrohten Unterart. Zunächst erprobten die Forscher die aufwendige Entnahme von Eizellen bei den eng verwandten Südlichen Breitmaulnashörnern.

Was die Spermien anbelangt, so stand dem Team eingelagertes Material von Nördlichen Breitmaulnashörnern zur Verfügung. Wegen der schlechten Qualität der Spermien mussten diese jeweils direkt in die Eizelle gespritzt werden. Dabei arbeiten die Forscher mit einem italienischen Unternehmen zusammen, das das Verfahren sonst bei Rindern und Pferden anwendet. Die sogenannte Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI) ist auch beim Menschen eine häufig genutzte Methode zur künstlichen Befruchtung.

Mit den bisherigen Erfahrungen wollen die Forscher im August oder September den letzten beiden weiblichen Nördlichen Breitmaulnashörnern Eizellen entnehmen. Zu einer Nashorn-Schwangerschaft könnte es dann Anfang 2019 kommen.

Grund zum Jubeln? Das wäre verfrüht. Selbst die Geburt eines gesunden männlichen Nashornbabys würde noch nicht die Rettung für das Nördliche Breitmaulnashorn bedeuten. Die genetische Vielfalt wäre zu klein. Deshalb versucht man auch aus erhaltenen Nashorn-Körperzellen Spermien und Eizellen zu züchten.

US-Experten warnen in einem Kommentar zur Studie vor zu hohen Erwartungen. Gute Ergebnisse in der Petrischale ließen sich nicht ohne weiteres in gesunden Nachwuchs übertragen, schreiben Terri Roth und William Swanson vom Center for Conservation and Research of Endangered Wildlife in Cincinnati. dpa/nd

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