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Reinhard Brühl

23. 8. 1924 - 2. 7. 2018

Er hatte nichts Militärisches an sich, weder die steife Haltung noch die abgehakte Redeweise altgedienter Offiziere. Befehlston lag ihm fern. Ein freundlicher, aufmerksamer Zeitgenosse, mit dem man sich gern unterhielt, dies stets mit Gewinn.

Reinhard Brühl, in Chemnitz als Sohn eines Heizungsmonteurs geboren, erlernte den Beruf des Maschinenschlossers und meldete sich, was er später als einen großen Fehler ansah, zur Wehrmacht; in den verfluchten Krieg hätte er dennoch ziehen müssen. In sowjetischer Kriegsgefangenschaft wurde ihm bewusst, welch verbrecherischem Regime er gedient hatte. Er wurde Mitglied des Bundes Deutscher Offiziere, besuchte eine Antifa-Schule und agitierte nun seinerseits Landsleute und Landser. 1949 entlassen, beteiligte er sich am antifaschistischen Aufbau in Ostdeutschland, diente zunächst in der Volkspolizei, ehe er seine Karriere in der NVA begann, die ihm einen Lehrstuhl an der Militärakademie in Dresden und den Rang eines Generalmajors einbrachte. Von 1961 bis 1989 war er Direktor des Militärgeschichtlichen Institutes der DDR in Potsdam. Er unterzeichnete den Aufruf »Für unser Land«, war Gründungsmitglied der Rosa-Luxemburg-Stiftung Brandenburg und schrieb kritische Beiträge zur Militärpolitik gestern und heute, darunter im »nd«. ves

Irena Szewinska

24. 5. 1946 - 29. 6. 2018

Als Kind jüdischer Eltern in einem Flüchtlingslager in Leningrad 1946 geboren, stieg sie in den 1960er und 1970er Jahren zur »Grande Dame« der Weltleichtathletik auf. Die polnische Ausnahmesprinterin ist bis heute die Einzige in der Leichtathletik, und zwar sowohl bei den Frauen als auch Männern, die auf den drei Sprintstrecken 100, 200 und 400 Meter Weltrekorde aufstellte - insgesamt zehn.

Schon mit 14 Jahren entdeckte sie die Leichtathletik für sich. Als 18-Jährige gewann sie mit der polnischen 4x100-Meter-Staffel bei den Olympischen Spielen 1964 in Tokio Gold. Insgesamt nahm sie an vier Olympischen Spielen teil: Neben Tokio 1968 in Mexiko-Stadt, 1972 in München und 1976 in Montreal. Dabei gewann sie sieben Olympiamedaillen, darunter drei Goldene. Hinzu kommen fünf Europameistertitel.

Nach dem Ende ihrer sportlichen Karriere leitete die Mutter zweier erwachsener Söhne von 1997 bis 2009 den polnischen Leichtathletikverband, gehörte dem Council des Leichtathletik-Weltverbandes an und wurde 1998 IOC-Mitglied. 2012 wurde sie in die Hall of Fame der Leichtathletik aufgenommen. joh

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