Werbung

Reinwaschung der »Mitte«

Niklas Franzen über den problematischen Begriff des »Linksextremismus«

  • Von Niklas Franzen
  • Lesedauer: 1 Min.

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

»Linksextremismus - eine unterschätze Gefahr?« lautete der Titel einer Veranstaltung, die Donnerstagabend im ehemaligen Stasi-Gefängnis in Berlin stattfand. Nicht erst seit G20 ist der in den 1970er Jahren entstandene »Extremismus«-Begriff wieder en vogue. Die Kurzformel geht so: Es gibt zwei extreme Ränder - rechts und links - und eine Mitte. Wer dort nicht dazugehört, ist folglich ein »Extremist«. Dass der Begriff auf wissenschaftlich wackligen Beinen stellt, tut seiner Popularität keinen Abbruch.

Besonders problematisch: Der Begriff geht von einer Gleichwertigkeit bei beiden »radikalen Ränder« aus. Sind linke »Extremisten« wirklich so schlimm wie rechte »Extremisten«? Natürlich nicht. Wer linke Demonstranten mit mordenden Neonazis gleichsetzt, ist nicht nur historisch blind, sondern handelt vermutlich mit politischem Kalkül. Der »Extremismus«-Begriff hat nämlich eine reinwaschende Wirkung: Mit Verweis auf die angebliche Verfassungstreue und Gewaltlosigkeit der Mitte lassen sich schon mal der eigene Rassismus ausklammern oder die nächste Asylrechtsverschärfung schönreden. Mehr noch: Wegen angeblich »linksextremistischer Aktivitäten« wurden jüngst wieder linke Initiativen und Organisationen diskreditiert und verboten. Daher wundert es nicht, dass der »Linksextremismus« zu einer Standardvokabel der AfD geworden ist.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

Noch kein Abo?

Jetzt kostenlos testen!

14 Tage das »nd« gratis und unverbindlich als App, digital oder gedruckt.

Kostenlos bestellen

Münzenbergforum
Münzenbergforum