Trinkgeld per Überweisung

Die Hyperinflation in Venezuela macht den Menschen schwer zu schaffen und Bargeld zur Mangelware

  • Von Andreas Knobloch, Caracas
  • Lesedauer: ca. 6.5 Min.

Mauricio Mora kramt sein altes Tastenhandy hevor. Es ist kaum größer als eine Checkkarte, das Display ist zerkratzt und kaum zu erkennen. Viel schlimmer aber: Es ist nicht internettauglich - und gefährdet damit seine Geschäftsgrundlage. »Die wenigsten Kunden können heute noch in bar bezahlen«, sagt er. Früher hat der 51-Jährige als Taxifahrer sein Geld verdient; heute befördert er nur noch gelegentlich Fahrgäste durch Venezuelas Hauptstadt Caracas. Da er auch kein Kartenlesegerät besitzt, müssen seine Kunden ihm das Fahrgeld überweisen - auf das Konto seiner Tochter, wie er erklärt. Die besitzt ein Smartphone und kann Geldeingänge sofort registrieren. Erst wenn sie das OK gibt, fährt er los. »Sofortüberweisungen gehen aber nur, wenn man bei derselben Bank ist, ansonsten dauert es einen Tag, bis das Geld da ist«, sagt Mora. Man ahnt, dass dies vielen Kunden zu umständlich ist. Mora selbst auch. Aber für ein neues Smartphone hat er kein ...


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