Mücken und Mamerki-Mythen

Das Bernsteinzimmerversteck und anderer Weltkriegsunfug in den polnischen Masuren

  • Von René Heilig
  • Lesedauer: ca. 4.0 Min.

«Meine Damen und Herren, bitte folgen Sie mir …» Die von einem Megafon verstärkte Stimme der Reiseleiterin erzwingt Gehorsam, selbst wenn die alten Beine der Busankömmlinge nicht mehr so richtig wollen und Rollatoren sich im sandigen Waldboden festfahren. Die Rentnertruppe schiebt sich vorbei an einem Schild: «Achtung Minen». Ein Totenkopf mit gekreuztem Gebein unterstreicht die längst überflüssige Warnung. Dann verschwinden die alten Leute hinter meterdickem Beton.

Für umgerechnet gut fünf Euro (einschließlich Pkw-Parkplatz) kann man sich in Mamerki - so heißt der Ort westlich es einstigen Mauersees - gruseln. Dort stand das Hauptquartier von Hitlers Naziheer. Nachdem der «Führer» Anfang Oktober 1940 nahe Rastenburg - heute Kętrzyn - sein Quartier« namens »Wolfsschanze« errichten ließ, wollten ihm seine goldbetressten Handlanger samt Stabspersonal möglichst nah sein. Also ließ sich das Oberkommando des Heeres knapp 20 Kilometer e...

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