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Datenbank, Depot - oder Deponie?

Auch in Thüringen stellt sich die Frage, wo Kunstwerke bei Platzmangel über lange Zeit aufbewahrt werden können

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Gotha. Datenbank, Depot - oder Deponie? Nicht nur für Künstler, auch für Museen stellt sich die Frage, wo Werke bei Platzmangel über lange Zeit aufbewahrt werden können. Mit einem Symposium und einer Ausstellung will der Verband Bildender Künstler Thüringen nun auf das Thema aufmerksam machen. »Uns geht es darum, dass auch unsere Künstler selbst schon ihr Gesamtwerk erfassen, was die Arbeit später natürlich erleichtert«, sagte Verbandsreferentin Christine Kausch.

Kausch würde es begrüßen, »wenn es für Thüringen zumindest eine digitale Datenbank geben könnte, in der Künstler einen Teil ihres Oeuvres für die Nachwelt festhalten können«. Natürlich sei zur Pflege und Wartung einer solchen Plattform auch Personal nötig - und sie sei auch kein Allheilmittel. Doch auch aus Sicht von Kausch ist eine Datenbank die vorerst realistischste Variante, um das Problem der nicht erfassten und gepflegten Künstlernachlässe im Land anzugehen. »Nicht nur den professionellen Künstlern, auch Museen und Galerien fehlt es an Platz, um auch nur einen Teil der Werke zu sichern.« In Brandenburg gebe es bereits ein solches Angebot.

Ein Depot wäre eine ideale Lösung, aber für ein kleines Bundesland mit einem nicht ganz so ausgeprägten Kunstmarkt kaum schnell umzusetzen, erklärte Kausch. Für die zahlreichen älteren der rund 330 Mitglieder des Verbands sei diese Variante aber wohl passender.

In den vergangenen Jahren sei es selbst in prominenten Fällen schwierig gewesen zu erfahren, was mit dem künstlerischen Erbe von Malern und anderen passiere, so Kausch. Als Bestandteil des »kulturellen Gedächtnisses« sei aber allgemein der Wunsch da, Werke zu bewahren.

Auch Thüringens Kulturstaatssekretärin Babette Winter (SPD) bittet Künstler, ihre Werke selbst zu dokumentieren. »Nutzen Sie die Möglichkeiten des Internets, Ihre Werke über Ausstellungen hinaus auf diese Weise einem breiten Publikum bekannt zu machen«, sagte Winter laut einer Mitteilung zur Ausstellung vorab. So schafften Künstler selbst die besten Voraussetzungen, nicht dem Vergessen anheim zu fallen.

In der unter anderem von der Thüringer Staatskanzlei geförderten Ausstellung »10 Prozent - Was bleibt?« in der Orangerie in Gotha, zeigt der Verband Werke von 25 Künstlern, die um entscheidende Beiträge ihres gesamten Schaffens gebeten wurden. dpa/nd

Die Ausstellung »10 Prozent - was bleibt?« in der Orangerie in Gotha ist geöffnet bis zum 19. August; Fr bis So zwischen 12 und 18 Uhr. Donnerstags gibt es ab 18 Uhr Soirées im Orangenhaus. Der Eintritt ist frei.

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