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Überlang, überbreit und besonders schwer

Die Zahl der Schwerlasttransporte auf Sachsen-Anhalts Straßen nimmt stark zu - Polizei fordert neue Lösungen für die Eskortierung

Halle. Auch Sachsen-Anhalt hat ein Problem mit Schwerlasttransporten. Das Landesverwaltungsamt in Halle verzeichnete in diesem Zusammenhang im vergangenen Jahr insgesamt 128 200 Verfahren für Erlaubnisse und Genehmigungen sowie Zustimmungen an andere Behörden, wie eine Sprecherin auf Nachfrage mitteilte. »Ja, dies stellte eine weitere, bis dahin noch nie erreichte Anzahl und gleichzeitig überdurchschnittlich hohe Steigerung gegenüber den Vorjahren dar.« Im Jahr 2016 wurden rund 106 150 Verfahren registriert, 2015 waren es knapp 101 900.

Großraum- und Schwerlasttransporte sind Fahrzeuge ab 3,50 Metern Breite, 29 Meter Länge und 200 Tonnen Gesamtgewicht. Sie sind oft zwischen 22 Uhr und 6 Uhr auf den Straßen unterwegs, um den restlichen Verkehr möglichst wenig zu behindern. Und sie müssen zumeist von der Polizei eskortiert werden.

Die meisten Transporte durchqueren das Land dem Landesverwaltungsamt zufolge auf den Autobahnen und sind reine Transitverkehre. Schwerpunktstrecken sind laut Polizei solche von den jeweiligen Herstellern zu den Autobahnen, etwa von Windenergieanlagenbauern in Magdeburg, Schönebeck, Staßfurt oder Gräfenhainichen zu den Autobahnen. Vorübergehende Schwerpunkte entstünden, wenn neue Windparks gebaut oder Anlagen repariert oder ausgetauscht werden. Dort seien dann vorübergehend viele Transporte unterwegs.

Für eine Entlastung der Polizei sollen zusätzlich eingestellte und binnen kurzer Zeit ausgebildete Wachpolizisten sorgen, die aber etwa auch anderen Aufgaben nachgehen. Im Süden des Landes werden sie laut einer Sprecherin für Geschwindigkeitskontrollen eingesetzt und nicht für die Begleitung der übergroßen Transporte. »Die Verkehrssicherheit und Bekämpfung einer der Hauptunfallursachen, überhöhte Geschwindigkeit, ist unserer Behörde ein wesentliches Anliegen und bewog uns zu dieser Prioritätensetzung«, erklärte sie.

Im Bereich der Polizeidirektion Ost rund um Dessau-Roßlau etwa wurden im vergangenen Jahr mehr als 2200 Transporte begleitet. Im Juni wurden laut einem Sprecher 18 Wachpolizisten eingestellt, die die verbeamteten Kollegen unterstützen sollen. Sie hätten von Juni bis Jahresende 739 der knapp 1500 Schwertransporte eskortiert. In diesem Jahr hätten sie gut 400 von rund 700 Begleitungen übernommen, erklärte der Sprecher. Doch angesichts der Zunahme kommen seitens der Polizei verstärkt Forderungen nach einer anderen Lösung für die Transportbegleitung. Die Polizei strebe an, dass auch private Unternehmen die Eskorten übernehmen, damit sich die Beamten auf andere Aufgaben konzentrieren können. dpa/nd

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