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Süßes mit und ohne Pelz

Pfirsiche und Nektarinen sind leicht verdaulich und hilfreich bei Heißhungerattacken

  • Von Anke Nussbücker
  • Lesedauer: 5 Min.

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Nektarinen sind eine Mutation des Pfirsichs mit glatter Haut und seit mehr als 2000 Jahren bekannt.
Nektarinen sind eine Mutation des Pfirsichs mit glatter Haut und seit mehr als 2000 Jahren bekannt.

Aromatisch süß mit leichter, milder Säure ist der Pfirsich, dessen Erntesaison jetzt begonnen hat. Die Obstsorte ist vermutlich älter als die Menschheit, jedoch ist sie, wie auch die Nektarine, mehr als nur eine delikate Beigabe zu Torten und Desserts. Beide Früchte zeigen stark gesundheitsfördernde Wirkungen, worauf Forscher und Mediziner in jüngster Zeit aufmerksam geworden sind.

Studien, in denen die positive Wirkung von Pfirsichen, Nektarinen und Pflaumen untersucht wurden, zeigten, dass ihre Inhaltsstoffe zur Vorbeugung gegen Bluthochdruck, Diabetes Typ 2, Krebs, Depressionen, Schlaganfall und Herzinfarkt beitragen. Es ist nicht notwendig, die einzelnen enthaltenen Wirkstoffe zu isolieren und als Kapsel zu schlucken - das Genießen der frischen schmackhaften Steinfrüchte verhilft zu guter Gesundheit.

Der Pfirsichbaum mit der botanischen Bezeichnung Prunus persica gehört zur Familie der Rosengewächse. Ursprünglich beheimatet in China, wird der persische Apfel, wie Pfirsiche früher genannt wurden, auch in Italien, Spanien, Ungarn, Griechenland und den USA angebaut. An geschützten Standorten gedeiht er auch in deutschen Gärten.

Im Vergleich zu Äpfeln, die das gesamte Jahr über als Frischware verkauft werden, ist die Saison für Nektarinen und Pfirsiche zeitlich stark begrenzt. Deshalb gilt es, gerade im Sommer häufiger zu diesen Steinfrüchten zu greifen. Zumal Pfirsiche, die in Dosen oder Gläsern konserviert werden, mehr als 80 Prozent ihres Vitamin-C-Gehaltes einbüßen. Auch Vitamine des B-Komplexes wie Folsäure und die Vitamine B2 und B6 gehen beim Einkochen zu einem Großteil verloren.

Rohe Pfirsiche sind auch für Menschen mit empfindlichem Magen oder bei Appetitlosigkeit gut geeignet. Sie erleichtern Verdauung und Stuhlgang, ohne die durchschlagende Wirkung von Pflaumen oder Zwetschgen zu zeigen. Betrachtet man ihren Gehalt an Sorbit, einem speziellen Zuckerbaustein, so wird klar, weshalb: Pflaumen enthalten mehr als dreimal so viel Sorbit wie Pfirsiche oder Nektarinen, daher können Pflaumen auch öfter Durchfall und Blähungen verursachen.

Die glattschaligen runden Nektarinen stellen eine unbehaarte Varietät des bekannten Pelzpfirsichs dar. Sie ähneln in ihrem Gehalt an Fruchtzucker, Traubenzucker, Sorbit und Saccharose sowie an Mineralstoffen wie Kalium, Magnesium und Calcium weitgehend den Pfirsichen.

Die recht hohen Kaliummengen in diesen Früchten bewirken eine gute Entwässerung im Anfangsstadium von Bluthochdruck sowie bei Herz- und Nierenschwäche. Pfirsiche, Nektarinen und die verwandten Aprikosen entlasten Leber- und Gallenwege und helfen, Ablagerungen, wie sie bei Gicht und Rheuma auftreten, zu vermindern. Den Steinfrüchten kommt zugute, dass sie keine Oxalsäure enthalten, was sie bei Neigung zu Nierensteinen empfehlenswert macht.

Spezielle Sorten wie der Rote und Weiße Weinbergpfirsich duften und schmecken intensiver und sind etwas weniger süß. Hier handelt es sich meist um Plattpfirsiche. Sie werden in den Mittelmeerländern zwischen Weinreben gepflanzt, um zu verhindern, dass die Weintrauben in der Mittagssonne austrocknen.

Unterschiede im Wirkstoffgehalt gibt es zwischen weißfleischigen, gelbfleischigen und sogenannten Blutpfirsichen. Während weißfleischige Sorten etwas mehr von den herzfreundlichen Polyphenolen aufweisen, enthalten gelbfleischige zwar weniger Polyphenole, dafür aber mehr Carotin und Lutein, die zum Schutz der Augen vor Grünem Star oder einer Makuladegeneration beitragen.

Die rote Färbung des Fruchtfleisches von Blutpfirsichen sowie die glatte Schale von Nektarinen entstehen durch Anthocyane. Diese sekundären Pflanzenstoffe sollen unter anderem bei der Krebsvorbeugung helfen.

Zur Hauptsaison zwischen Juli und September täglich einen frischen reifen Pfirsich zu genießen, empfiehlt sich ganz besonders für Menschen mit häufigen Heißhungerattacken auf Süßes oder einem erhöhten Anteil an Bauchfett. Als Rohkost verzehrt, sind sie stets besser als Früchte aus Konservendosen, die doppelt so viel Zucker enthalten. Pfirsiche und Nektarinen sättigen sehr gut, wenn man sie mit etwas Joghurt, Haferflocken und einigen Walnüssen kombiniert. Ein bis zwei Stücke Bitterschokolade zusammen mit einer Nektarine befriedigen den Appetit auf Süßes nachhaltig und sind eine gute, fettreduzierte Variante, sich bewusst und kontrolliert eine kleine Portion Süßes zu gönnen. So lässt sich einer übermäßigen Fettleibigkeit mit »erlaubten« Genüssen begegnen.

Mit leichtem Übergewicht und gut genährt bleibt die Mehrzahl der Menschen vor allem bei Infektionskrankheiten und Magenbeschwerden im Vorteil, doch ab einem bestimmten Punkt schaden übermäßige Fettreserven dem Körper und der Psyche. Wann dieser Punkt eintritt, ist individuell verschieden. Der Body-Mass-Index, der lediglich Körpergröße und absolutes Gewicht berücksichtigt, ist nur bedingt aussagekräftig. Der bildliche Vergleich mit Rennpferden oder Zugpferden sei hier erlaubt. Letztere holen ihre Kraft auch aus den strammen Beinen, bringen mehr Gewicht auf die Waage, ohne fettleibig zu sein. Ähnlich geht es Menschen, die gewohnt sind, schwer körperlich zu arbeiten, oder erblich bedingt eine kräftigere Statur aufweisen. Mit fortschreitendem Alter kann zudem der Anteil an Körperfett bei Frauen auf 40 Prozent des Gewichts und bei Männern auf 30 Prozent steigen.

Übermäßiges Körpergewicht wirkt sich ganz unterschiedlich auf die Gesundheit aus. Es kommt zur Überlastung der Gelenke, des Stoffwechsels und des Herz-Kreislauf-Systems. Sportlich aktive Übergewichtige sind manchmal gesünder als Dünne, die sich kaum Bewegung verschaffen. Ein wichtiger Aspekt in Prävention und Therapie von Adipositas besteht darin, Zucker und leicht verdauliche Kohlenhydrate zu reduzieren. Das gilt vor allem für den Zucker aus Fertigprodukten, süßen Getränken, Süßigkeiten, Konserven oder Ketchup. Obstarten wie Nektarinen und Pfirsiche können in »normalen« Portionen von 100 bis 150 Gramm pro Mahlzeit mit gutem Gewissen verzehrt werden. Die enthaltenen Ballaststoffe verlangsamen zudem die Resorption von Zucker. Zusätzlich bezaubern Pfirsiche mit ihrem natürlichen Duft und Geschmack.

Wer die pelzige Pfirsichhaut nicht mag, überbrüht den Pfirsich für wenige Sekunden mit heißem Wasser, schreckt mit kaltem Wasser ab. Danach lässt sich die Haut gut gereifter Früchte leicht abziehen.

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