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Mahnmal für NSU-Opfer in Erfurt geplant

Überlegungen der Landesregierung seien mit den Angehörigen der Getöteten abgestimmt

  • Lesedauer: 3 Min.

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Erfurt. Nach jahrelangen Diskussionen hat die thüringische Landesregierung einen Vorschlag gemacht, wo in dem ostdeutschen Bundesland an die Opfer des »Nationalsozialistischen Untergrunds« (NSU) erinnert werden soll. Ein entsprechendes Mahnmal soll in Erfurt errichtet werden, sagte eine Sprecherin der Thüringer Staatskanzlei der Deutschen Presse-Agentur. Wo genau im Stadtgebiet der Erinnerungsort entstehen soll, sei aber noch unklar.

Denkbar sei, das Mahnmal vor der Staatskanzlei oder im Park vor dem Landtag zu errichten. Die aktuellen Überlegungen der Landesregierung seien mit den Familien der NSU-Opfer abgestimmt. Die jüngsten Korrespondenzen dazu habe es im Mai gegeben, sagte die Sprecherin.

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Seit dem Auffliegen des NSU in Eisenach 2011 hatte es immer wieder Vorschläge gegeben, an einem Ort in Thüringen an die Menschen zu erinnern, die durch die Taten von Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt sowie ihrer Komplizin Beate Zschäpe getötet oder verletzt wurden.

Die Drei waren in Jena aufgewachsen, hatten sich dort in den 1990er Jahren rechtsextrem radikalisiert und waren 1998 von dort aus in den Untergrund gegangen. Eine frühere Überlegung war deshalb, in Jena an die Opfer des NSU zu erinnern.

Thüringer Sicherheitsbehörden hatten sich bei der Suche nach dem Trio Pannen und Fehler geleistet. Diese haben die Taten des NSU nach den Ergebnissen etwa des ersten Thüringer NSU-Untersuchungsausschusses mindestens begünstigt. Dem NSU werden unter anderem zehn Morde sowie mehrere Sprengstoffattentate und Banküberfälle zugerechnet.

Vor diesem Hintergrund sagte die Vorsitzende des Thüringer NSU-Untersuchungsausschusses, Dorothea Marx (SPD), es sei eine gute Idee, in der Landeshauptstadt ein Mahnmal für die NSU-Opfer zu errichten. Immerhin hätten viele der Sicherheitsbehörden, die so katastrophal versagt hätten, ihren Sitz in Erfurt gehabt. Noch wichtiger als die Wahl des Ortes sei es aber, dass das Mahnmal ein würdevolles Gedenken an die Opfer ermögliche.

Wie genau das Mahnmal aussehen soll und wann es eingeweiht werden könnte, ist nach Angaben der Sprecherin der Staatskanzlei allerdings noch nicht klar. Eine der größten Herausforderungen bei dessen Gestaltung: Es gelte zu verhindern, dass der Erinnerungsort zu einer Wallfahrtsstätte für Rechtsextreme wird.

Die Landesregierung strebe zudem ein ergänzendes Internetangebot an, auf dem auch auf andere Mahnmale für NSU-Opfer in Deutschland hingewiesen werden soll. In Heilbronn, wo Mundlos und Böhnhardt 2007 die aus Thüringen stammende Polizisten Michèle Kiesewetter erschossen, wird bereits seit 2012 mit einer Tafel an die Beamtin und die anderen neun NSU-Mordopfer erinnert.

Für die Errichtung des Erinnerungsortes in Erfurt stehen nach Angaben der Sprecherin 350.000 Euro zur Verfügung. Die rot-rot-grüne Fraktion im Landtag hatte zuletzt 2017 von der Landesregierung mit einem Beschluss gefordert, sich um die Errichtung eines Mahnmals zur Erinnerung an die NSU-Opfer zu kümmern. dpa/nd

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