Ein Akt von Hausfriedensbruch

Weil die Schule in Deutschland nur halbtags stattfindet, müssen Kinder und Jugendliche zu Hause weiterlernen. Das ginge auch anders.

  • Von Thomas Gesterkamp
  • Lesedauer: ca. 4.5 Min.

Hausaufgaben sind ein Ärgernis, ein ständiger Anlass zum Streit in vielen Familien. Als »Hausfriedensbruch« hat sie Renate Hendricks, die langjährige Vorsitzende des Bundeselternrats, einst bezeichnet. »Was hast du heute auf?« - diesen nachforschenden Satz aus dem Mund ihrer misstrauischen Erziehungsberechtigten hören Schülerinnen und Schüler nicht besonders gern. Sie fühlen sich gegängelt, bedrängt - und manche suchen einen Ausweg, in dem sie Notlügen auftischen. »Englisch fällt morgen aus« oder: »Habe ich schon im Bus gemacht« lauten die wenig glaubwürdigen Antworten, die weitere Kontrollen zur Folge haben. Jetzt will Mama auch noch die Arbeitshefte sehen, obwohl gleich das Training im Sportverein anfängt oder gar das Treffen mit der Clique geplant ist. In der Tat, die lästigen Pflichtübungen am Nachmittag gefährden den Hausfrieden, sorgen für miese Stimmung.

Doch die »Hausis«, wie sie im Schülerjargon bisweilen genannt werden, ...


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