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Zehn Angriffe auf Luxushotel in Kreuzberg

Das vor einem Jahr eröffnete Orania ist für viele Symbol der Mietensteigerung und Verdrängung im Kiez

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Seit seiner Eröffnung vor knapp einem Jahr ist das Luxushotel Orania Berlin in Kreuzberg zehnmal beschädigt worden. Weil es noch zwei Verstöße gegen das Versammlungsgesetz im Zusammenhang mit dem Hotel gab, wurden zwölf Ermittlungsverfahren eingeleitet. Das geht aus einer Antwort der Senatsinnenverwaltung auf eine Anfrage des SPD-Abgeordneten Tom Schreiber hervor.

Mehrfach zerstörten die Täter gezielt Fensterscheiben des Hotels am Oranienplatz. In anderen Fällen wurde die Fassade besprüht. Zum Teil beobachteten Wachleute, wie schwarz gekleideten Menschen nach der Tat flohen. Auf der Internetplattform Indymedia wurde im Oktober 2017 ein Bekennerschreiben veröffentlicht: »Jetzt haben wir also in der Nacht zum 25. Oktober die superharten Panzerglasscheiben des Hotel Orania am Oranienplatz in Kreuzberg mit Hämmern zerstört.« Der Besitzer, »ein Multimilliardär, der übrigens auch die G7 Staaten in seinem Schloss Elmau in Bayern hofierte, ist ein weiterer Totengräber Kreuzbergs«, heißt es dort weiter.

Die Höhe des Schadens stehe nicht fest, schrieb die Senatsverwaltung in ihrer Antwort. Ermittlungen zur Identität des Verfassers des Schreibens hätten keine Erkenntnisse gebracht.

Die Polizei in Kreuzberg und die Kriminalpolizei vom Staatsschutz im Landeskriminalamt (LKA) - zuständig für politisch motivierte Delikte - stehe im Kontakt mit dem Geschäftsführer des Hotels, schrieb die Senatsinnenverwaltung. »Im Zuge dessen wurden Objektschutzmaßnahmen initiiert, auf die aus polizeitaktischen Gründen nicht weiter eingegangen werden kann.«

Weiter schrieb die Senatsverwaltung, linksextreme und sogenannte postautonome Gruppen würden ihre Zielsetzungen mit erreichbaren Tagesforderungen verbinden. »Themen wie Mietensteigerung, Verdrängung und Stadtumstrukturierung bieten sich in diesem Zusammenhang idealtypisch an, da sehr viele Menschen davon betroffen sind.«

Das Hotel ist ein Schwester-Unternehmen von Schloss Elmau in den bayerischen Alpen und bezeichnet sich selber als »einzigartiges Luxus Hotel« mit einem »herausragenden Restaurant für Gourmets & Kosmopoliten«.

Ende August 2017 eröffnete es in einem jahrelang leerstehenden ehemaligen Kaufhaus direkt am Oranienplatz. Die Eröffnung hatte Diskussionen über einen weiteren Wandel des Kiezes ausgelöst, in dem die Mieten stark gestiegen sind und der schon seit Jahren zunehmend Touristen anzieht. dpa/nd

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