Hinweise auf Misshandlungen und Folter

Paulo Abrão über die Menschenrechtssituation in Nicaragua im Speziellen und Mittelamerika im Allgemeinen

  • Von Martin Reischke
  • Lesedauer: ca. 4.0 Min.

Als Generalsekretär der Interamerikanischen Menschenrechtskommission (CIDH) haben Sie kürzlich mit einer großen Delegation Nicaragua besucht. Mit welchen Ergebnissen?

Die Kommission ist zu dem Schluss gekommen, dass der nicaraguanische Staat während der Proteste im Land verschiedene Grundrechte wie das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit sowie die Meinungsfreiheit in vielen Fällen verletzt und den Zugang zum Recht nicht gewährleistet hat. Wir haben festgestellt, dass der Staat sein Gewaltmonopol völlig unverhältnismäßig eingesetzt hat, um die Proteste zu unterdrücken - mit dem Ergebnis, dass schon bis Ende Juni mehr als 200 Tote und über 1300 Verletzte zu beklagen waren. Mehr als 400 Menschen wurden willkürlich festgenommen und für mehrere Tage festgehalten, ohne dass sie mit ihrer Familie oder einem Anwalt hätten sprechen können. Es gibt Hinweise, die auf Misshandlungen und Folter hindeuten, ebenso wie auf extralegale,...


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