Das Konzept des kriegswirtschaftlichen Optimums

Hitlers Finanzministerium organisierte in den besetzten Ländern das Eintreiben von Steuern und die Ausgabe von Anleihen

  • Von Hermannus Pfeiffer
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Nach dem Zweiten Weltkrieg entwarf die ehemalige Führungsspitze des Reichsministeriums der Finanzen von sich das Bild einer politisch neutralen Verwaltung, die allein fachlichen Grundsätzen gefolgt war. Man sei eine Aufsichtsbehörde ohne politischen Rückhalt gewesen, behauptete Johann Ludwig Graf Schwerin von Krosigk, der dem Ministerium von 1932 bis 1945 vorstand.

Tatsächlich leistete das Reichsfinanzministerium einen »unverzichtbaren Beitrag« zum Funktionieren des NS-Regimes. Zu diesem Schluss kommt eine siebenköpfige Historikerkommission um die Oxford-Professorin Jane Caplan. Im Frühjahr 2009 hatte das Bundesministerium der Finanzen (BMF) die Gruppe mit Wissenschaftler aus Großbritannien, den Vereinigten Staaten und Deutschland damit beauftragt, die Rolle des Reichsfinanzministeriums während der Zeit des Nationalsozialismus zu erforschen.

Nach ihren Erkenntnissen waren Graf Schwerin von Krosigk und seine Beamten der große ...

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