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Russland mischt in Skopje mit

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Mazedonien kommt einer Mitgliedschaft in NATO und EU näher. Dafür sorgt der Kompromiss der ehemaligen jugoslawischen Teilrepublik mit Griechenland. Das Ende des mehr als 25-jährigen Namensstreits ist für Russland, wo die Restauration einstigen Einflusses auf dem Balkan zu den außenpolitischen Prioritäten zählt, bereits die zweite herbe Niederlage in der Region in nur einem Jahr. Montenegro wurde im Juli 2017 NATO-Mitglied, für 2025 ist der EU-Beitritt geplant. Moskau versuchte im Oktober 2016, die Westdrift des kleinen Adria-Staates durch Unruhen bei den Parlamentswahlen zu verhindern. Erfolglos.

Auch die Anstifter von Unruhen wegen des Namenkompromisses in Griechenland werden in Moskau vermutet. Damit begründete Griechenlands Premier Alexis Tsipras vergangenen Freitag die Ausweisung zweier russischer Diplomaten. Das Geld für die Proteste soll über eine Gesellschaft geflossen sein, die der Russisch-Orthodoxen Kirche nahesteht.

Russisches Geld floss offenbar auch für Proteste in Mazedonien. Laut occrp.org, einer Plattform für investigativen Journalismus, die über organisierte Kriminalität und Korruption berichtet und Einsicht in Dokumente des Innenministeriums in Skopje bekam, sollen mazedonische Politiker, die außerparlamentarischen Opposition und Vereine bisher bereits 300 000 Euro für gewaltsamen Widerstand gegen die Namensänderung abgegriffen haben. Denn im Herbst soll die Bevölkerung über den neuen Staatsnamen - Nord-Mazedonien - und daraus resultierende Verfassungsänderungen abstimmen. Die Türen zur EU und vor allem zur NATO sind bei einem Nein wieder zu.

Eine Schlüsselrolle bei dem Geldtransfer, so die Enthüllungsplattform, soll dabei der kremlnahe Multimilliardär Iwan Sawidis spielen, ein Mann mit griechischen Wurzeln, der auch vorwiegend in der Heimat seiner Ahnen lebt. Sawidis ist Eigentümer von PAOK Thessaloniki in der Hauptstadt von Griechisch-Makedonien, und bedrohte während eines Spitzenspiels gegen AEK Athen den Schiedsrichter schon mal mit gezogener Pistole.

Mazedoniens Regierungschef Zoran Zaev bestätigte die Spenden. Allein an der Fußball-Fanclub Komiti, einem Anhängsel des hauptstädtischen Erstligisten FC Vardar, sollen demzufolge zwischen 13 000 und 20 000 Euro geflossen sein. Der Fanclub, so Zaev gegenüber dem US-amerikanischen Medienportal »Buzzfeed«, habe schon bei den Unruhen im Juni nach dem historischen Kompromiss eine prominente Rolle gespielt. Mehrere Mitglieder waren festgenommen worden und hatten Ermittlern schon damals von den Zuwendungen des Russen berichtet.

Der Oligarch dementierte, seine Holding Dimera Group drohte mit rechtlichen Schritten gegen die Urheber der Verleumdung und Medien, die die Darstellung übernahmen. Die russische Botschaft in Skopje kritisierte Zaevs Auslassungen als »verantwortungslos«. Sie würden Zweifel an der erklärten Absicht seiner Regierung zum Aufbau guter Beziehungen zu Moskau aufkommen lassen.

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