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Kanuten sollen Dopingtests selbst zahlen

Gestiegene Kosten werden auf die Sportler umgelegt

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Der Deutsche Kanu-Verband DKV will Dopingkontrollen von seinen Aktiven mitfinanzieren lassen. Demnach informierte der DKV seine Athleten während des laufenden WM-Vorbereitungslehrgangs in Kienbaum darüber, dass die Sportler künftig anteilig an den fast verdoppelten Kosten für Dopingkontrollen beteiligt werden sollen. DKV-Präsident Thomas Konietzko sprach von einer einmaligen Ausnahme und stellte für 2019 eine andere Lösung in Aussicht.

Olympiasieger Sebastian Brendel aus Potsdam machte aus seiner Empörung über die Pläne des Verbandes dennoch keinen Hehl: »Alle Kaderathleten werden zur Kasse gebeten. Von Verbandsseite wurde uns gesagt, dass man das alleine nicht stemmen könne und deshalb uns Sportler in die Pflicht nimmt. Ich finde es gut, dass wir für einen sauberen Sport stehen. Aber das, was da jetzt von uns gewollt wird, geht gar nicht. Es ist eine Farce«, sagte der 30-Jährige.

Der DKV will die diesjährigen Ausschüttungen aus seinem Sponsorenpool an die Athleten zur Finanzierung der Kostensteigerung kürzen. Brendel soll dadurch rund 300 Euro jährlich weniger erhalten. Insgesamt kommen rund 120 DKV-Athleten in den Genuss von Sponsorengeldern des Verbandes, die bisher - für einen deutschen Sportverband eher unüblich - komplett an die Athleten weitergegeben wurden.

Konietzko sieht die Vorgehensweise aufgrund der erst vor wenigen Wochen von zuvor 45 000 auf 87 000 Euro erhöhten Jahresumlage für die Nationale Anti Doping Agentur besonders für zahlreiche Trainingskontrollen als alternativlos an. »Wir haben keine andere Finanzierungsmöglichkeiten. Wir können nicht mit den Beiträgen unserer vielen Freizeitsportler den olympischen Hochleistungssport finanzieren. Deswegen müssen wir, auch wenn ich Sebastians Frust nachvollziehen kann, in den sauren Apfel beißen.«

Allerdings sollen die gekürzten Ausschüttungen laut Konietzkos Vorstellungen eine Ausnahme bleiben: »Dieses Jahr ist unser Haushalt auf Kante genäht und gibt das zusätzlich nicht her, so dass wir unsere Athleten beteiligen müssen. Ab 2019 müssen wir das aber nachhaltiger lösen.« SID/nd

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