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Gelobt seien die Kletten im Fell

Schriftsteller Feridun Zaimoglu spricht über Heimatliebe, Ethno-Nischen, Gottes Schönheit. Sein Ko-Autor Günter Senkel hat Fragen an den Polizeistaat.

  • Von Hans-Dieter Schütt
  • Lesedauer: ca. 15.5 Min.

Feridun Zaimoglu, nach eigenen Worten schreiben Sie aus Angst, ein Mensch zu sein. Was heißt das: Angst?

Zaimoglu: Unser Leben besteht aus viel toter Zeit. Jeder hat seine Geläufigkeiten und Gewohnheiten, jeder steckt fest in seiner Haut. Haut wehrt ab. Aber nicht nur die Haut ist eine Barriere gegen Erreger - andere Menschen sind auch Erreger. Gegen die wir uns ebenfalls schützen - indem wir möglichst all das in der Kammer lassen, was uns angreifbar machen könnte. Die Albträume, die Schwächen, die Verwirrtheit, das verbergen wir.

Und nennen es Leben.

Zaimoglu: Alles läuft so vor sich hin. Bloß nirgends anstoßen. Aber das ist nicht wirklich Leben.

Ein geltender Mensch ist also nach landläufiger Praxis, wer sich verstellt? Tot in toter Zeit.

Zaimoglu: Und davor habe ich Angst. Und dagegen schreibe ich. Zu einem zivilen Leben gehört, sich als gefasste Person auszugeben. Das ist aber nur eine Maske - die oft genug...


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