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Alles kommt irgendwann wieder

Sieben Tage, sieben Nächte: Regina Stötzel über Dinge in Mode und Politik, die man eigentlich nicht zurückhaben möchte

  • Von Regina Stötzel
  • Lesedauer: 2 Min.

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Alles kommt wieder, heißt es, die Mode betreffend. Sich damit abzufinden, ist jedoch nicht immer leicht, zumal wenn etwas besonders Schlimmes wiederkommt. Wer als Kind und Jugendliche beharrlich dagegen gekämpft hat, das T-Shirt nicht in die Hose stopfen zu müssen, um »ordentlich« auszusehen, muss nun manchmal sehr tapfer sein beim Anblick junger Menschen, insbesondere Frauen, die ihre Blusen in Hosen oder Röcke stecken, deren Bünde knapp unter den Brüsten sitzen und den Oberkörper optisch auf maximal ein Viertel der Körperlänge verkürzen.

Aber gut. Das ist wohl die logische Konsequenz. Jahrelang hingen ja die Hosen so tief an den Hüften, dass wahlweise Arschgeweihe oder Calvin-Klein-Unterhosenränder in voller Schönheit zur Geltung kamen. Zeitweilig gab es gar kein Halten mehr und kam der Hosenboden bei lässigen Jungs den Kniekehlen so beängstigend nahe, dass man stets mit dem Schlimmsten rechnen musste.

Mit der Politik ist es so ähnlich. Ständig kommt ziemlich viel wieder (Heimatdebatten, Schlussstrichforderungen, SPD-Erneuerungen), und doch muss man ständig mit dem Schlimmsten rechnen. So wurde einst der große Fortschritt, dass man hierzulande beim Arztbesuch im Regelfall kein Bargeld mit sich führen musste, mit einer Praxisgebühr zunichte gemacht, die aber nach nicht einmal zehn Jahren wieder abgeschafft wurde. Nun will die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) wieder eine Art Praxisgebühr einführen - ausgerechnet in in den Notaufnahmen.

Das Problem FDP schien eine Zeit lang erledigt, aber dann kam sie zurück und das auch noch mit Lindner. Politiker werden immer wieder der Korruption überführt, aber heutzutage schafft ein einziger Konzern (Odebrecht) quasi einen ganzen Kontinent (Südamerika). Seehofer verschwindet endlich in München, aber kommt in Berlin wieder zum Vorschein und könnte täglich den allerschlimmsten Masterplan aus der Tasche ziehen.

Putin ist seit gefühlten Ewigkeiten russischer Ministerpräsident, Präsident, Ministerpräsident und Präsident, aber jetzt ist ja auch noch Trump da. Der sagt täglich wieder dumme Sachen, doch waren seine Geheimdienste noch nie so schlimm verstimmt wie jetzt. Durch Trumps »America first«-Politik fühlen sich wiederum viele an die protektionistische Phase unter Roosevelt erinnert, so dass wiederum die Europäer nach dem Kalten Krieg, einer Zeit der Entspannung und einem neuen kalten Krieg nun sogar mit dem Schlimmsten rechnen, wenn Putin und Trump sich plötzlich gut verstehen.

Mit dem Schlimmsten zu rechnen, ist geradezu Mode geworden. Aber es bleibt noch Hoffnung. Ritterrüstung, Reifröcke und Moonboots sind bisher nicht wiedergekommen.

Linke Woche der Zukunft

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