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Nicht skandalös, sondern schäbig

Elias Perabo ist entsetzt über den Twitter-Kommentar der LINKEN-Politikerin Heike Hänsel zur Aufnahme syrischer Weißhelme-Mitarbeiter in Deutschland

  • Von Elias Perabo
  • Lesedauer: 2 Min.

Helfer als Kriminelle stigmatisieren? Eigentlich kennt man das vor allem von der AfD, wenn es darum geht, die Seenotrettung durch Nichtregierungsorganisationen im Mittelmeer zu stigmatisieren. Doch nun stimmt ausgerechnet die stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Heike Hänsel, in diesen Chor ein: »Skandalös« findet Hänsel, dass die Bundesregierung acht (!) verfolgten syrischen Zivilschützern der Weißhelme und ihren Familien Asyl gewährt. Sie empört sich nicht darüber, dass Deutschland als baldiges Mitglied im UN-Sicherheitsrat nicht einmal zwei Prozent der 477 Geretteten Schutz gewährt – sondern, dass die Bundesregierung überhaupt Mitglieder der Weißhelme aufnehmen will.

Für ihren jahrelangen Einsatz unter Bombenhagel, die Rettung unzähliger Opfer aus den Trümmern eingestürzter Häuser, wurde der Organisation der Alternative Nobelpreis verliehen. Der Film über die Geschichte der Weißhelme in Aleppo erhielt einen Oscar. Viele Mitarbeiter und Ehrenamtliche haben ihr Engagement für das Überleben von Bedürftigen mit dem Leben bezahlt. Russland, insbesondere aber dem Assad-Regime, sind die Zivilschützer ein Dorn im Auge: Ihre Berichte und Dokumentationen machen die Grausamkeiten des Kriegs in Syrien sichtbar – und belegen dabei, dass Luftangriffe auch zivilen Zielen gelten und Kriegsverbrechen verübt wurden. Entsprechend versuchen beide Regierungen, die Retter mit einer großangelegten Kampagne international zu diskreditieren.

In Syrien selbst werden Mitglieder der Weißhelme weiter aus politischen Gründen durch das Assad-Regime verfolgt. Diesen Verfolgten möchte Heike Hänsel nun den Schutz verwehren, indem sie die Retter in die Nähe von Dschihadisten rückt. Genauso wie AfD und CSU versuchen, Seenotretter als Schlepperhelfer zu diskreditieren, versucht Hänsel die Retter zu diffamieren – und Menschen, die verfolgt werden, obwohl sie anderen Menschen helfen, das Recht auf Asyl abzusprechen. Dieses Verhalten lässt sich mit einem Wort zusammenfassen: Schäbig!

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