Gleichstellung unerwünscht

Israel hat eine aktive LGBTI-Gemeinde - in der Tagespolitik werden ihre Bedürfnisse jedoch ignoriert

  • Von Oliver Eberhardt
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Nach außen hin sind Joel, Avi und ihre dreijährige Tochter Batya German eine heile Familie: Auf dem Boden des Wohnzimmers liegt das Spielzeug, während in der Küche das Abendessen brutzelt. Es wird viel gelacht. Doch für die beiden 27 und 29 Jahre alten Männer war es ein langer, mühsamer und teurer Weg bis hierher: »Der Staat legt einem überall Steine in den Weg,« sagt Avi: »Heiraten, Kinder bekommen - alles muss man im Ausland machen, und für alles braucht man sehr viel Geld.«

Am vergangenen Wochenende haben die drei deshalb in Tel Aviv zusammen mit mehr als 80 000 Menschen für mehr Gleichstellung demonstriert. Es war eine der größten Demonstrationen, die es in den vergangenen Jahrzehnten in Israel gab. Anlass war die Verabschiedung eines Gesetzes, das Leihmutterschaften regelt. Monatelang hatten Lobbyisten der LGBTI-Gemeinschaft die Parlamentsfraktionen bearbeitet und gefordert, auch schwule Männer mit einzubeziehen. Doch das Erg...

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