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Feuerinferno in Griechenland

Waldbrände in der Nähe von Athen fordern Dutzende Opfer

  • Von Takis Tsafos, Athen
  • Lesedauer: 3 Min.

Die Regierung spricht von einer »nationalen Tragödie«, Polizei und Feuerwehr nennen es das »schlimmste mögliche Szenario«. Die dramatischen Worte können das Grauen kaum fassen nach den verheerenden Waldbränden im dicht bewohnten Feriengebiet im Osten und Westen Athens. Mindestens 50 Menschen kamen in den Flammen um, Dutzende wurden am Dienstag noch vermisst. Ein riesiges Gebiet von gut 40 Quadratkilometern wurde zerstört. Immerhin konnten die meisten Brände m Dienstag unter Kontrolle gebracht werden.

Die schlimmsten Szenen müssen sich am Montag in der Region der Hafenstadt Rafina östlich von Athen abgespielt haben. Rettungsteams entdeckten am Dienstagmorgen 26 Leichen an einem Steilhang. »Der Einsatzleiter weinte«, berichtete ein Reporter vor Ort: Die Opfer, darunter Familien, hatten versucht, den Flammen zu entkommen und waren von ihren Häusern in Richtung Küste gerannt. Doch der Küstenabschnitt kann nur über einen schmalen Pfad erreicht werden, in dem dichten Rauch und in ihrer Panik fanden ihn die Menschen nicht. Die Flammen kamen von allen Seiten, schlossen die Menschen ein. Andere Reporter berichteten von einer Frau, die mit ihrem Kind in einem Haus in der Ortschaft Mati entdeckt wurde. Die Mutter hatte ihr Kind schützend mit ihrem Körper abgeschirmt, bevor beide verbrannten.

»Flammeninferno«, »Schutt und Asche im Großraum Athen«, »Hölle«,- die Schlagzeilen der Presse am Dienstag beschreiben das Ausmaß der Feuersbrunst. Waldbrände gibt es in Griechenland immer wieder. Alle fragen sich, wie es zur Tragödie kommen konnte. Der Zivilschutz hatte am Sonntag vor großer Waldbrandgefahr gewarnt. Es herrschten Temperaturen um 39 Grad Celsius. Am Montag kam starker Wind hinzu. Zunächst brach ein Brand im Westen Athens aus. Mehrere Häuser wurden zerstört, Opfer gab es nicht. Gegen Mittag kam die Katastrophe: Neue Feuer entstanden im Osten Athens. Die Feuerwehrleute mussten nun an zwei großen Fronten kämpfen. Und die zweite Front - entlang der Ostküste Athens - ist ein riesiges Urlaubsgebiet. Pinienwälder überall und mittendrin Tausende Ferienhäuser und -wohnungen. Die Flammen fegten mit hoher Geschwindigkeit über das Gelände. Tausende Menschen flüchteten in Panik. Wer Glück hatte, konnte den Strand erreichen. Viele gingen ins Wasser. Fischer holten sie am Dienstagmorgen aus den Fluten und schwer zugänglichen Küstenabschnitten.

Der Bürgermeister Rafinas, Vangelis Bournous, spricht am Dienstag aus, was viele befürchten: Die Opferzahl könnte noch steigen. »Wir suchen von Haus zu Haus. Ich gehe von 60 Opfern aus.« Allein in seiner Region sollen mindestens 1200 Häuser zerstört sein. Das Fernsehen zeigt das Ausmaß der Katastrophe. Ganze Wohnviertel in Mati, Nea Makri und Rafina mit völlig zerstörten oder schwer beschädigten Häusern. Hunderte verbrannte Autos, die ihre Besitzer auf der Flucht abgestellt hatten. dpa/nd

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