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In die Favoritenrolle gespielt

Die deutschen Hockeyspielerinnen und ihr neuer Trainer überraschen bei der WM mit einem Sieg gegen Argentinien

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»Wir können jeden Gegner schlagen«, triumphiert Bundestrainer Xavier Reckinger nach dem 3:2-Sieg der deutschen Hockey-Frauen gegen den zweimaligen Weltmeister Argentinien am Mittwochabend bei der WM in London. Mit dieser starken Leistung löste Reckingers Team nicht nur vorzeitig das Ticket für das Achtelfinale, sondern wahrte gleichzeitig auch die Chance auf den Gruppensieg und den damit verbundenen direkten Viertelfinaleinzug.

»Ich habe viel Respekt vor meiner Mannschaft«, sagt der neue Bundestrainer stolz gegenüber »nd«. Erst im vergangenen Oktober übernahm der 34-Jährige das Amt von seinem Vorgänger Jamilon Mülders, mit dem er zuvor bereits als Co-Trainer gearbeitet hatte. »Wir haben noch nicht viel Zeit zusammen gehabt. Dass die Qualität trotzdem da ist, ist gut für das, was noch kommt, denn es wird bestimmt noch schwierige Momente geben«, sagt Reckinger, der in Gedanken schon beim nächsten Spiel ist.

Diese schwierigen Momente könnten bereits sehr bald auf das Team zukommen, das am Sonnabend im letzten Gruppenspiel auf Spanien trifft. »Das ist eine gute Mannschaft«, findet Reckinger. »Wir haben bereits zwei Mal gegen sie gespielt, sie sind technisch sehr stark, haben einen guten Angriff und einen klaren Plan.« Einschüchtern lässt sich der gebürtige Belgier davon aber nicht, im Gegenteil: »Ich glaube, dass das ein guter nächster Gegner für uns ist, einer, der uns herausfordert, bei dem wir mit unseren Stärken gute Chancen haben, um noch mal eine starke Leistung zu bringen.« Ein Punkt reicht, um direkt ins Viertelfinale einzuziehen.

Bevor es soweit ist, haben Reckinger und sein Team etwas Zeit, um ihren Sieg gegen Argentinien zu genießen. »Das war eine gute Leistung. Es gibt zwar noch Sachen, die wir verbessern können, aber wenn man gegen einen der Turnierfavoriten gewinnt, sollte man das auch ein bisschen genießen und sich auch mal auf die Dinge fokussieren, die gut waren. Das machen wir jetzt«, zeigt sich Reckinger großzügig.

Tatsächlich erlaubte sich die Auswahl des Deutschen Hockey-Bundes (DHB) beim Spiel gegen den Weltranglistendritten Argentinien kaum Fehler. Hannah Gablac sorgte bereits in der sechsten Minute für die Führung der DHB-Frauen. Durch das frühe Tor konnte der Olympiadritte Selbstbewusstsein tanken und ließ sich auch durch den zwischenzeitlichen Ausgleich zum 1:1 durch Florencia Habif nicht aus der Ruhe bringen. Nach dem Doppelpack von Charlotte Stapenhorst konnte Maria Ortiz den Abstand für Argentinien lediglich noch verkürzen.

»Die Vorbereitung der Mädels war top und das hat man bei dem Spiel auch gesehen«, lobt Reckinger die Leistungen seiner Mannschaft. »Wir verteidigen sehr stark, wobei wir uns auch da noch verbessern können. Außerdem haben wir einen sehr schnellen und guten Sturm, der individuell das Spiel aufbrechen kann.« Trotz des Wissens um die eigenen Stärken unterschätzt der neue Cheftrainer die Gegner keinesfalls: »Holland ist klarer Favorit und meiner Meinung nach ist Argentinien nach wie vor eine Top- Mannschaft. Sie hatten viele Qualitäten, wobei man gesehen hat, dass sie Angst vor uns hatten. Das zeigt, dass unsere Gegner uns respektieren.«

Dass spätestens nach dem Sieg gegen Argentinien auch Deutschland zu den Favoriten bei dieser WM gehört, steht für den Belgier außer Frage: »Ich kenne, außer Holland vielleicht, keinen Gegner, der technisch so stark ist wie wir.« Trotzdem konzentriere sich die Mannschaft nun zunächst auf das nächste Spiel: »Unser Turnierziel ist, erst mal das Viertelfinale zu erreichen und dort unser bestes Spiel zu spielen.« Auf welche Gegnerinnen Deutschland dort trifft, ist für Reckinger Nebensache: »Am Ende ist es egal, gegen wen wir spielen, wir konzentrieren uns auf unsere Leistung und nicht so sehr darauf, was die anderen machen.«

Das Wichtigste sei, jedes Spiel ein bisschen besser zu machen als das vorherige. Bisher hat das ganz gut geklappt. Bereits mit dem 3:1-Auftaktsieg gegen Südafrika hatten sich die »Danas« eine gute Ausgangssituation verschafft. Das war zuvor keinesfalls selbstverständlich: Die deutschen Frauen schwächelten trotz positiver Entwicklung in der Offensive zuletzt in ihrem Defensivspiel und mit neuem Trainer und vielen unerfahrenen Spielerinnen mit kaum Turniererfahrung musste alles erst zusammenwachsen.

»Es gibt viele erfahrene Mädels, die schon länger dabei sind und mehrere Jüngere, die ihr erstes Turnier erleben«, beschreibt Reckinger die Situation im Team. Genau das macht für ihn jedoch die Stärke der deutschen Mannschaft aus: »Die Mischung aus Erfahrung und Jugend ist unser großer Vorteil«, ist er überzeugt. Jede Einzelne mache ihren Job sehr gut und die Aufgaben seien klar verteilt.

Auch seine eigene Turniererfahrung bringt Reckinger ins Training ein. 328 Länderspiele hat er für Belgien bestritten sowie zwei Mal an Olympischen Spielen teilgenommen. »Ich habe selbst sehr lange gespielt und da das noch nicht so lange her ist, kann ich sehr gut verstehen, was die Spielerinnen brauchen.« Er versuche mit seinem Team das zu machen, was er sich als Spieler gewünscht hatte. In Sachen Kritik macht Reckinger allerdings auch vor sich selbst nicht Halt: »Ich mache es so, wie ich denke, dass es für die Spielerinnen am besten ist und ich glaube, dass es bisher gut gelaufen ist, auch wenn ich schon ein, zwei Fehler gemacht habe. Auch ich muss immer besser werden und für die Mädels ein gutes Beispiel sein.«

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