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Rheinstädte zeigen Menschlichkeit

Düsseldorf, Köln und Bonn wollen keine Abschottung

  • Von Sebastian Weiermann
  • Lesedauer: 2 Min.

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Die drei großen Städte am Rhein Düsseldorf, Köln und Bonn haben in einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel die Aufnahme von Flüchtlingen angeboten und die Kriminalisierung von Seenotrettern kritisiert. In allen drei Städten gibt es eine engagierte Zivilgesellschaft.

»Unsere Städte können und wollen in Not geratene Flüchtlinge aufnehmen - genauso wie andere Städte und Kommunen in Deutschland es bereits angeboten haben.« Das ist der zentrale Satz in einem Brief, den Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD), Kölns parteilose Oberbürgermeisterin Henriette Reker und Ashok-Alexander Sridharan (CDU) der Oberbürgermeister von Bonn, an Bundeskanzlerin Angela Merkel geschickt haben.

Die drei Stadtoberhäupter sprechen sich auch gegen die »Behinderung und Kriminalisierung von privaten Initiativen zur Seenotrettung« aus. Menschen im Mittelmeer sterben zu lassen, widerspreche »dem Kern der Europäischen Idee«, die auf »Humanismus, Aufklärung und Menschenrechten« aufbaue. Die »herrschende Stimmung« zur Abschottung lehnten die drei Oberbürgermeister ab. Es brauche europäische Lösungen - bis diese gefunden seien müsse aber die Seenotrettung möglich sein. Bei der Aufnahme von geretteten Menschen wollen die Städte ihren Beitrag leisten.

Dass sich die drei Oberbürgermeister für eine humanitäre Flüchtlingspolitik aussprechen, ist kein Wunder. In allen drei Städten gibt es eine aktive Zivilgesellschaft. Schon vor gut zwei Wochen, als die Seebrücke-Bewegung begann, gingen in Köln über 6000 Menschen auf die Straße. In Köln ging die Initiative von Gastwirten, dem Bündnis »Köln gegen Rechts« und dem alternativen Karnevalsverein »Ponyhof« aus.

Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki bedauerte, wegen einer Auslandsreise nicht an der Demonstration teilnehmen zu können, ließ aber »Segenswünsche« ausrichten. Allgemein spricht sich Woelki so deutlich für Flüchtlinge aus wie kaum ein anderer Kirchenvertreter. 2016 sorgte er für Aufsehen, als er ein Flüchtlingsboot nach Köln bringen ließ und an dem Boot die Fronleichnams-Messe feierte. Jüngst kritisierte er den Streit von CDU und CSU. Dass sich die europäischen Staaten nur auf mehr Abschottung einigen konnten, nannte er »erbärmlich«.

Auch in Düsseldorf und Bonn gibt es aktive Zivilgesellschaften. In Düsseldorf demonstrierten am vergangenen Samstag 700 Menschen für Seenotrettung und sichere Häfen. In Bonn waren es 1200 am vergangenen Freitag.

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