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Spanische Behörden retten 1200 Flüchtlinge

Vor Lesbos ertranken sechs türkische Staatsbürger / Tunesien nimmt 40 Migranten auf, die das Versorgungsschiff Sarost 5 gerettet hatte

Istanbul. Beim Untergang eines Boots mit Flüchtlingen aus der Türkei sind vor der griechischen Insel Lesbos nach Medienberichten sechs Menschen ertrunken. Drei von ihnen seien Säuglinge, berichtete der türkische Sender CNN Türk am Sonntag. Die Nachrichtenagentur Anadolu meldete, es handele sich um türkische Staatsbürger. Das Boot sei mit insgesamt 16 Menschen besetzt gewesen. Die Küstenwache habe neun gerettet, nach einer weiteren Person werde noch gesucht.

Das Boot war demnach im türkischen Ayvalik gestartet. Der Landrat des Bezirks, Gökhan Görgülüarslan, sagte gegenüber Anadolu, bei den Geflüchteten handele es sich um Anhänger der Gülen-Bewegung. Wie er zu dem Verdacht kam, war unklar.

Die türkische Regierung macht die islamische Bewegung des in den USA lebenden Predigers Fethullah Gülen für den gescheiterten Putschversuch vom Juli 2016 verantwortlich. Zehntausende angebliche Gülen-Anhänger - aber auch Journalisten und Oppositionelle - wurden seitdem inhaftiert. Rund 130 000 Staatsbedienstete verloren ihre Arbeit. Mit der Entlassung aus dem Staatsdienst wird in der Regel auch der Reisepass annulliert.

Die spanische Seenotrettung hat indes vor der Südküste des Landes innerhalb von zwei Tagen mehr als 1200 Flüchtlinge auf mehreren Dutzend Booten gerettet. Allein am Freitag seien 888 Migranten im Alborán-Meer und in der Straße von Gibraltar im westlichen Mittelmeer aufgegriffen worden, teilten die Behörden über den Kurzmitteilungsdienst Twitter mit. Am Samstag seien vor der Küste Andalusiens weitere 334 Menschen gerettet worden, die auf 17 Booten in See gestochen waren.

Seit Wochen nimmt die Zahl der nach Spanien kommenden Flüchtlinge zu. Laut der Internationalen Organisation für Migration kommen hier mittlerweile mehr Menschen an als in Italien und Griechenland.

Innenminister Fernando Grande-Marlaska besuchte am Samstag die Region, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Wie die Regierung twitterte, lobte der Politiker dabei speziell »die Professionalität und die Humanität« von örtlicher Polizei und Guardia Civil. Bisher sei die Situation in Andalusien unter Kontrolle, betonte Grande-Marlaska, die Flüchtlingskrise aber sei »ein europäisches Problem, das einer europäischen Lösung bedarf«.

In den Fall des seit zwei Wochen auf dem Mittelmeer ausharrenden tunesischen Versorgungsschiffs Sarost 5 kam zudem am Wochenende Bewegung: Tunesien ist bereit, die 40 Migranten aufzunehmen. Das erklärte Regierungschef Youssef Chahed am späten Samstagabend vor dem Parlament. »Das ist eine humanitäre Geste«, sagte Chahed. Allerdings dürfe damit kein Präzedenzfall geschaffen werden. Künftig wolle Tunesien europäischen Forderungen, im Mittelmeer gerettete Flüchtlinge aufzunehmen, nicht mehr nachkommen.

Die Migranten aus Ägypten und Ländern des südlichen Afrikas, darunter eine schwangere Frau, waren vor zwei Wochen in maltesischen Gewässern aus Seenot gerettet worden. Seitdem befinden sie sich auf der Sarost 5. Mehrere europäische Länder verweigerten die Aufnahme. dpa/nd

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