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Der Herr über 16 Bildschirme

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Didier Simon ist eine der mächtigsten Gestalten der Tour de France - und eine der unbekanntesten. Denn er arbeitet im Verborgenen. Sein Reich befindet sich in einem verdunkelten Wagen in der Zone technique bei jedem Zielort der Tour de France. Simon, ein 66-jähriger früherer Bankangestellter, sitzt hier vor den Monitoren und beobachtet das Geschehen der Tour. Er ist Video-Kommissar der UCI, ein Novum bei dieser Frankreich-Rundfahrt. Er schaut sich die Livebilder des Fernsehens an und kontrolliert, ob sich jemand entgegen der Regeln verhält. Auf 16 Kanälen hat er die Bilder der fest installierten Kameras, der Motorradkameras und auch der in den Hubschraubern vor Augen. Was ihn besonders interessiert, kann er auf einen großen Schirm bringen. Und er kann Szenen vergrößern, zurückspulen oder langsam vorlaufen lassen.

Simon ist als Helfer für die physisch im Rennen befindlichen Kommissare gedacht. Er hat auch schon geholfen. Der eklatanteste Fall betraf den Ausschluss des Sky-Profis Gianni Moscon. Der Italiener schlug einen Kontrahenten, um sich Platz zu schaffen. Den Kommissaren im Rennen entging das. Das Videobild, von Simon ausgewählt, war Grundlage der Disqualifikation. Auch die Zurückstufung der Sprinter André Greipel und Fernando Gaviria nach einem Massensprint wegen gegenseitiger Behinderung geht auf sein Konto.

Alles sieht er nicht. Hinter dem Feld, wo selten Kameras sind, fällt die Unterstützung für abgeschlagene Fahrer ins gnädige TV-Dunkel: Das Festhalten an Autos und aus Autos gehaltene Flaschen, das Windschattenfahren im Konvoi.

Simon begann mit 28 Jahren als Kommissar. Erst war er bei regionalen Rennen in Frankreich im Einsatz, dann bei nationalen. Seit 1991 ist er international als UCI-Kommissar unterwegs. Er war lange Jurychef bei der Tour de France, überbrachte als solcher dem Kasachen Alexander Winokurow bei der Tour 2007 die Nachricht von der positiven Dopingprobe persönlich aufs Hotelzimmer. 2008 leitete er die Jury beim Olympischen Straßenrennen in Peking.

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