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  • Politik
  • Rechtsruck in Österreich

Abos für den Feminismus

an.schläge-Redakteurin Brigitte Theißl über die eingestellte Förderung durch die rechte Regierung

  • Von Niklas Franzen
  • Lesedauer: 3 Min.

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an.schläge wird in Zukunft nicht mehr vom Frauenministerium gefördert. Bedeutet das das Aus für Sie?

Glücklicherweise nicht, wir haben schon damit gerechnet und deswegen vorab eine Crowdfunding-Kampagne gestartet, bei der wir viele neue Abonnent*innen gewinnen konnten. Wir müssen also nicht den Betrieb einstellen. Wir hoffen nun aber weiter auf Unterstützung durch Abos, weil wir sonst eventuell die Ausgaben reduzieren oder bei unseren Anstellungen zurückfahren müssen. Unsere Situation war immer schon prekär und wir sind langfristig nicht finanziell abgesichert.

Ist es als linkes, feministisches Magazin nicht sowieso besser, unabhängig von staatlichen Geldern zu sein?

Ja, das kann man natürlich so sehen. Man muss aber sagen, dass wir bisher in unserer Redaktionslinie keineswegs beeinflusst waren. Wir waren immer unabhängig, haben uns nie mit irgendeiner Kritik zurückgehalten und es hat keinerlei Interventionen von außen gegeben.

Warum hat es gerade Sie getroffen?

Wir sind ein explizit linkes feministisches Magazin und das stößt sich in jeder Hinsicht mit der Politik dieser Regierung. Wir sind aber nicht die Einzigen, die es getroffen hat. Viele feministische Projekte, die beispielsweise einen starken intersektionalen Fokus haben, sind bedroht.

Sie sehen also einen direkten Zusammenhang zwischen ihrer feministischen, linken Positionierung und der beendeten Förderung?

Ja. Es gibt zwar ein Statement von der Frauenministerin, wo sie sagt, dass der Schwerpunkt jetzt auf Gewaltschutz liegen würde und dass sie die Gelder stärker nach Leistungen vergeben möchte. Ich denke aber nicht, dass die Regierung daran interessiert ist, ein feministisches Magazin mit einer klaren antirassistischen und queeren Ausrichtung zu fördern.

Welche Auswirkungen hat die schwarz-blaue Regierung insgesamt auf die österreichische Medienlandschaft?

Seit die Regierung angetreten ist, attackieren insbesondere FPÖ-PolitikerInnen immer wieder unliebsame JournalistInnen, die einfach gewissenhaft ihre Arbeit machen. So hat Vizekanzler H.-C. Strache beispielsweise den ORF-Journalisten Armin Wolf in einem vermeintlichen Satire-Posting Lügen vorgeworfen. Sebastian Kurz gibt hingegen kaum Interviews und inszeniert sich auf Kanzler-Festen und Wanderungen mit JournalistInnen. Medienpolitisch könnte noch einiges kommen.

Zum Beispiel?

Die FPÖ träumt schon lange davon, die Rundfunkgebühren abzuschaffen – das würde sich wohl desaströs auf den ORF auswirken, der in Österreich – wo es eine sehr hohe Medienkonzentration und einen übermächtigen Boulevard gibt – mit vielen qualitativ hochwertigen Sendungen in Radio und Fernsehen unverzichtbar ist.

Und wie geht es jetzt für die an.schläge weiter?

Wir rufen noch mal dazu auf, uns zu unterstützen, damit Menschen, die uns mal vielleicht mal online gelesen haben, nun auch ein Abo abschließen. Wir versuchen, den Ausfall der Gelder zu kompensieren und werden mit dem Vereinsvorstand schauen, wo wir vielleicht noch irgendwo Sparpotenzial haben. Kurz: Es steht ein Krisenmanagement an.

Warum braucht es überhaupt ein Magazin wie die »an.schläge«?

Feministische Themen sind durchaus im Mainstream angekommen - selbst in Frauenmagazinen. Oft wird aber sensationalistisch berichtet und eine wirklich fundierte feministische Berichterstattung von Kultur über Wirtschaftspolitik bis zu Umweltthemen liefern nur sehr wenige Medien. Und da sind wir zentral. Gleichzeitig sind wir eine Ausbildungsstätte für junge Journalistinnen und natürlich auch in gewisser Weise ein Sprachrohr für feministische Bewegungen. Wir verstehen uns daher auch als Bewegungsmedium.

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