Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Kraftwerke fahren Leistung runter

BUND warnt bei warmen Gewässern vor Fischsterben

Essen. Wegen der anhaltenden Hitze haben einzelne Atomkraftwerke in Deutschland ihre Leistung heruntergefahren. Beim AKW Philippsburg in Baden-Württemberg wurde die Leistung um bis zu zehn Prozent verringert, wie der Versorger EnBW mitteilte. Dadurch solle der Anstieg der Wassertemperatur im Rhein durch das eingeleitete Kühlwasser begrenzt werden.

In Norddeutschland produzieren die Atomkraftwerke Grohnde und Brokdorf nach Angaben des Betreibers PreussenElektra wegen der leicht erhöhten Gewässertemperaturen etwas weniger als üblich. Derzeit führt dies in Grohnde zu einer um 80 bis 120 Megawatt geringeren Stromproduktion, in Brokdorf sei die Einschränkung geringer. Die Reduzierung der Produktion wegen der etwas höheren Gewässertemperaturen sei ein ganz normaler Effekt, hieß es.

Einschränkungen bei den Atomkraftwerken gibt es auch in der Schweiz. Das AKW Mühleberg südwestlich von Basel musste die Leistung um zehn Prozent drosseln. Dadurch wird die Menge des zurückgeleiteten Kühlwassers reduziert, das den Fluss Aare zusätzlich aufheizt. Solche Maßnahmen gebe es jeden Sommer, sagte ein Sprecher. Das älteste noch in Betrieb befindliche Kraftwerk der Welt in Beznau nahe der deutschen Grenze bei Waldhus-Tiengen steuerte nach Angaben eines Sprechers auf eine erste Drosselung in diesem Jahr zu.

Insgesamt haben die hohen Temperaturen und die sinkenden Wasserstände der Flüsse die Stromversorgung in Deutschland bislang aber nur wenig beeinträchtigt. »Es ist alles im grünen Bereich«, sagte ein Sprecher der Bundesnetzagentur auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Wegen der hohen Wassertemperaturen hat EnBW zudem einen Block seines Steinkohle-Dampfkraftwerks im Karlsruher Rheinhafen abgestellt. Der Konzern hat vorsorglich Ausnahmeanträge gestellt, um seine Kraftwerke auch weiter betreiben zu können, wenn die Wassertemperaturen von Rhein und Neckar die Grenze von 28 Grad überschreiten. Dann muss aber die Leistung gedrosselt werden. Die Umweltorganisation BUND kritisierte solche Ausnahmen. Sie seien wegen des drohenden Fischsterbens »unverantwortlich« sagte BUND-Experte Gottfried May-Stürmer der »Heilbronner Stimme« (Dienstag).

Die Stromproduktion aus Wasserkraft läuft nach Angaben des Unternehmens Uniper auf dem im Sommer üblichen Niveau. dpa/nd

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln