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Jetzt auch der Chef von CBS

Skandal I

Nach dem Bekanntwerden von Belästigungsvorwürfen gegen den mächtigen Chef des US-Medienkonzerns CBS, Leslie Moonves, hat der Aufsichtsrat eine externe Prüfung veranlasst. Derzeit werde ein Anwaltsbüro für eine »unabhängige Untersuchung« der Vorwürfe gesucht, teilte der Aufsichtsrat am Montag (Ortszeit) nach seiner Sitzung mit. In der Angelegenheit seien keine weiteren Maßnahmen beschlossen worden. Allerdings verschob der Aufsichtsrat das jährliche Aktionärstreffen, das am 10. August hatte stattfinden sollen. Ein neuer Termin wurde nicht mitgeteilt.

Das »Wall Street Journal« hatte vor der Aufsichtsratssitzung berichtet, CBS erwäge, Moonves für die Dauer der Untersuchung der Belästigungsvorwürfe zu beurlauben. Die Zeitschrift »The New Yorker« hatte am Freitag berichtet, Moonves habe mindestens sechs Mitarbeiterinnen unangemessen berührt, ohne ihr Einverständnis geküsst oder eingeschüchtert. Der Bericht legte überdies nahe, dass sexuelle Übergriffe bei CBS allgemein verbreitet seien.

Moonves räumte daraufhin in einer Erklärung Fehlverhalten ein. »Ich erkenne an, dass es vor Jahrzehnten Zeiten gab, in denen ich manche Frauen durch Avancen in Verlegenheit gebracht habe«, schrieb er. Es handele sich um »Fehler, und ich bedauere sie enorm«. Zugleich versicherte Moonves, er habe immer »verstanden und respektiert«, dass »Nein« auch Nein heiße.

Die Vorwürfe gegen Moonves wurden inmitten eines Rechtsstreits um eine eventuelle Fusion von CBS mit dem Mehrheitseigner National Amusements der Familie Redstone bekannt. Der CBS-Chef Moonves war gegen eine solche Fusion. AFP/nd

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