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Personalie

Asylanträge in 21 Ländern waren es laut der Onlineplattform Wikileaks, die der gesuchte Whistleblower Edward Snowden auf der Suche nach einer sicheren, neuen Heimat 2013 stellte. Der damals gerade 30-jährige Ex-Geheimdienstmitarbeiter wurde in den USA wegen Hochverrats gesucht. Snowden hatte Journalisten geheime Dokumente zugespielt, die das bisher ungeahnte Ausmaß der Überwachung durch den größten Auslandsgeheimdienst der USA, die National Security Agency, (NSA) in und außerhalb der USA belegten. Auch Deutschland weigerte sich, den ehemaligen NSA-Mitarbeiter aufzunehmen. Dass der 30-Jährige zum Monatswechsel Juli-August 2013 dann ausgerechnet in Russland landete, ist, glaubt man ihm, wohl eher einer Verkettung ungünstiger Umstände geschuldet. Eigentlich wollte Snowden in Russland auf seiner Flucht vor dem amerikanischen Behörden nur umsteigen. Doch die USA hatten seinen Pass in der Zwischenzeit für ungültig erklärt. Snowden saß am Moskauer Flughafen fest, bis ihn Russland schließlich temporäres Asyl gewährte.

Seither ist es ruhiger um Snowden geworden. Seinen Aufenthaltsort in Russland hält er geheim. Zugeschaltet via Video spricht er jedoch immer wieder auf Konferenzen zum Thema IT-Sicherheit oder meldet sich auf Twitter zu Wort.

Doch anders als geunkt hält der Whistleblower zu Russland kritische Distanz. Zuletzt äußerte er sich in einem Interview gegenüber der »Süddeutschen Zeitung« (SZ): »Die russische Regierung ist in vielerlei Hinsicht korrupt.« Und er legte noch nach: »Die Russen sind warmherzig, sie sind klug. Ihre Regierung ist das Problem, nicht das Volk.« Russia Today, der russische Auslandssender, sah sich genötigt, Snowdens Aussagen zu relativierten: Der sei kein »Osteuropa-Experte«. Das SZ-Team habe durch die »antirussische Hysterie« in den letzten Jahren seinen Kompass verloren. Snowdens Asyl in dem Land ist noch bis 2020 gewährt. Was danach passiert, ist unklar. Im Juni wurde von verschiedenen Medien über eine Auslieferung gemutmaßt.

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