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Manafort vor Gericht

Prozess gegen Trumps ehemaligen Wahlkampfchef

Washington. Der ehemalige Wahlkampfchef von US-Präsident Donald Trump, Paul Manafort, muss sich seit Dienstag wegen Steuer- und Bankbetrugs vor Gericht verantworten. Der 69-Jährige wird beschuldigt, den Behörden Einkünfte in Millionenhöhe verschwiegen zu haben, die er als politischer Berater in der Ukraine erhielt - nicht für die aktuellen Machthaber, sondern für der den 2014 gestürzten Präsidenten Viktor Janukowitsch. Da letzterer im Gegensatz zum jetzigen Staatschef auf gedeihliche Beziehungen der Ukraine zu Russland setzte, wird im Verständnis der US-Ankläger Manafort eine wie auch immer geartete diffuse prorussische Haltung unterstellt.

In die gleiche Kategorie fällt der Vorwurf, Manafort habe Beziehungen zu dem russischen Oligarchen Oleg Deripaska unterhalten. Der gilt nicht als »kremlfeindlich«. Wohl schon deshalb, so die Meinung der großen Medien in den USA und nicht zuletzt des Clinton-Clans nach der verlorenen Wahl, wären aber Beziehungen zu ihm »unamerikanisch«. Laut Gerichtsunterlagen lieh sich Manafort von Deripaska zehn Millionen Dollar.

Auch arrangierte er ein Treffen mit einer russischen Anwältin im Trump-Tower im Juni 2016. Diesem hatte Trumps ältester Sohn Donald junior zugestimmt, nachdem ihm belastende Unterlagen über die Konkurrentin seines Vaters, Hillary Clinton, angeboten worden waren. Zwar ist eine Justiziabilität all dessen bisher nicht nachgewiesen worden, zum Rufmord aber hat es gereicht. Trump wollte auf dringenden Rat seiner Berater im Nachhinein nichts mehr mit Manafort zu tun haben.

Der jetzige Prozess hat mit der »Russland-Frage« wenig bis nichts zu tun. Manafort wird vorgeworfen, Banken belogen zu haben, um Kredite zu bekommen. Der Prozess in Alexandria nahe der Hauptstadt Washington begann um 16 Uhr mit der Auswahl der Geschworenen. Es ist das erste Verfahren im Zuge der Russland-Untersuchung von Sonderermittler Robert Mueller. Andere prominente Figuren aus Trumps Umfeld, die im Fokus der Ermittlungen stehen, hatten sich, von Vertretern der Justiz unter Druck gesetzt, nach »Deals« schuldig bekannt und so Prozesse vermieden. Manafort plädiert dagegen auf nicht schuldig. roe/dpa

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