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Lieber trainieren als Europameister werden

Während der Achter erneut souverän im EM-Finale steht, fehlen im Rest der Flotte mehrere deutsche Spitzenruderer

  • Von Erik Roos, Glasgow
  • Lesedauer: 3 Min.

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Der Empfang mit Dudelsack-Spielern im Schottenrock ließ bei den Ruderern des Deutschland-Achters die Vorfreude noch einmal steigen. »Wir starten in der Heimat des Rudersports, in Großbritannien. Wir wollen den Briten zu Hause zeigen, wer die Nase vorne hat«, sagte Schlagmann Hannes Ocik vor dem ersten Höhepunkt des Jahres in Glasgow. Zum sechsten Mal in Folge kann das Flaggschiff des Deutschen Ruderverbandes (DRV) den EM-Titel holen, doch die Konkurrenz auf dem Strathclyde Loch ist so groß wie lange nicht.

Vor allem der ewige Rivale Großbritannien könnte den Deutschen einen Strich durch die Rechnung machen. »Wir haben die drei Weltcups gewonnen, aber die Einschläge der Gegner kommen immer näher. Wir sind noch nicht getroffen worden, und so soll es bleiben«, sagt Disziplintrainer Uwe Bender. Die Briten, immerhin Olympiasieger, hatten Deutschland im Juni in Linz im Hoffnungslauf geschlagen, ehe die DRV-Ruderer im Finale Revanche nahmen.

Seit 2016 ist der Deutschland-Achter somit in Medaillenrennen ungeschlagen. Damit das auch nach dem Finale am Sonntag so bleibt, werkelte das Team zuletzt vor allem an der Startphase. »Da dürfen wir uns nicht die Wurst vom Brot nehmen lassen«, sagt Chef-Bundestrainer Ralf Holtmeyer, der zudem vor den starken Niederländern warnt. Der Olympiadritte hatte zuletzt beim Weltcupfinale in Luzern Rang drei belegt.

In Glasgow qualifizierte sich das DRV-Flaggschiff durch den souveränen Sieg im Vorlauf direkt für das Finale. Großbritannien muss dagegen in den Hoffnungslauf, nachdem der Gastgeber von den Niederlanden bezwungen wurde.

Während der Achter auf dem Strathclyde Loch südöstlich von Glasgow klarer Goldkandidat ist, steht hinter dem Rest der deutschen Flotte ein Fragezeichen. Zwar sieht der DRV die European Championships mit Entscheidungen in sieben Sportarten als große Chance, viele Top-Ruderer fehlen dennoch. Denn der Höhepunkt des Jahres bleibt eindeutig die WM, die vom 9. bis 16. September im bulgarischen Plowdiw stattfindet.

»Aufgrund der lange Zeit unsicheren finanziellen Planung können wir leider nicht mit dem gesamten Kader zur EM fahren. Ein Großteil der Athleten bereitet sich bereits im Trainingslager auf die WM vor«, sagt Sportdirektor Mario Woldt, der aber dennoch auf mehrere Podestplätze in den insgesamt 18 Klassen hofft: »Die Athleten, die nicht zur WM fahren, werden größtenteils bei der EM an den Start gehen - mit guten Medaillenchancen.«

Im Männer-Einer, einst dank prominenter Namen wie Peter-Michael Kolbe, Thomas Lange oder Marcel Hacker eine deutsche Domäne, wird Deutschland hingegen nicht vertreten sein. WM-Fahrer Oliver Zeidler wird geschont, Tim-Ole Naske ist angeschlagen. »Die Gesundheit der Sportler geht vor«, sagt Woldt.

Und so wird die deutsche Flotte auf dem künstlich angelegten Strathclyde Loch, auf dessen Grund die Bergarbeitersiedlung Bothwellhaugh ruht, in Glasgow wohl eher wenig Edelmetall schürfen. Vom Männer-Achter mal abgesehen. SID/nd

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