Werbung

Auf Kosten jesidischer Geflüchteter

Der Skandal am »Skandal« um die Bremer Außenstelle des BAMF ist, dass er aufgebauscht wurde, um Stimmung zu machen, findet Nelli Tügel

  • Von Nelli Tügel
  • Lesedauer: 1 Min.

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Vor vier Jahren, am 3. August 2014, überfielen die islamistischen Freischärler des Islamischen Staates Sindschar in Irak und richteten ein fürchterliches Massaker an. Zehntausende Jesiden wurden an diesem Tag zu Flüchtlingen, die meisten in der Region, einige schafften es auch nach Europa. Welch bitterste Ironie, dass wenige Tage vor diesem traurigen Gedenktag bestätigt wurde, was viele schon ahnten: Der sogenannte Bremer BAMF-Skandal ist gar keiner.

Im Frühjahr beherrschten Vorwürfe, in Bremen seien in mehr als 1000 Fällen vor allem jesidischen Geflüchteten positive Asylbescheide zu Unrecht ausgestellt worden, die öffentliche Debatte der Bundesrepublik. Dies entpuppte sich nach einer Anfrage des Linksfraktion als Schall und Rauch: Nur in 17 Fällen wurden die Entscheidungen revidiert, die Prüfung aller seit dem Jahr 2000 in Bremen ausgestellten 18 000 Bescheide müsste dabei fast abgeschlossen sein. Der Schaden ist in jedem Fall angerichtet, nicht allein, aber auch auf Kosten von Jesiden, deren Ängste - zum Beispiel vor einer Zurücknahme des Aufenthaltstitels - gesteigert worden sein dürften. Eine Entschuldigung jener politisch Verantwortlichen, die den »Skandal« benutzt haben, um Stimmung zu machen, wäre nun das Allermindeste.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

Noch kein Abo?

Jetzt kostenlos testen!

14 Tage das »nd« gratis und unverbindlich als App, digital oder gedruckt.

Kostenlos bestellen