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  • Berlin
  • Öffentlicher Nahverkehr

Mehr Busse und Bahnen auch außerhalb

Entwurf des Nahverkehrsplans sieht Ausweitung des Zehn-Minuten-Takts vor

  • Von Nicolas Šustr
  • Lesedauer: 3 Min.

Der Zehn-Minuten-Takt soll kein innerstädtischer Luxus mehr sein, sondern bis 2023 ganztägig Standard für mindestens drei Viertel der Gesamtbevölkerung werden. Das schreibt der Entwurf des neuen Nahverkehrsplans (NVP) vor. Denn: Ab dieser Taktdichte werde der Öffentliche Personennahverkehr als ein »für viele potenzielle Fahrgäste attraktives Angebot im großstädtischen Raum angesehen«, heißt es in dem Papier.

Erreicht werden soll das unter anderem mit einer deutlichen Ausweitung des Metrobusnetzes. Derzeit verkehren 17 Metrobuslinien ganztags und auch am Wochenende mindestens alle zehn Minuten. Insgesamt für neun weitere Linien solle laut NVP eine Einführung dieses Standards geprüft werden. Unter anderem der 158er von Buch bis zum U-Bahnhof Osloer Straße oder der 160er von Rudow nach Adlershof gehören zu den Kandidaten, das Linienpaar 165/265 von Köpenick über Kreuzberg nach Mitte und der 194er vom Hermannplatz über das Ostkreuz nach Friedrichsfelde.

Es sei »sehr zu begrüßen, dass die BVG zumindest teilweise auf die Forderung nach einem X95, einer Expresslinie auf der Route des 195, eingegangen ist«, freut sich der Kristian Ronneburg (LINKE), Abgeordnetenhausmitglied aus Marzahn-Hellersdorf. Die Linie führt von Mahlsdorf über Hellersdorf nach Marzahn, soll zu einer Metrolinie umgewandelt werden und damit auch im Nachtverkehr unterwegs sein. »Ebenso ist die Taktverdichtung der Linie X69 für den Bezirk ein wichtiger Schritt«, so Ronneburg. Eine verbesserte Anbindung des Unfallkrankenhauses Marzahn wird seit Jahren vom Bezirk und vielen Bürgerinnen und Bürgern eingefordert.

»Besonders freut mich, dass die Straßenbahnlinie 18 weiter gestärkt wird«, erklärt der Politiker. Sie soll künftig von Hellersdorf über die derzeitige Endhaltestelle Springpfuhl hinaus tagsüber alle zehn Minuten bis zum Alexanderplatz fahren. Im Gegenzug soll die Straßenbahnlinie M8 nur noch alle zehn Minuten zwischen Springpfuhl und Hauptbahnhof verkehren, zwischen Springpfuhl und Ahrensfelde sind Züge alle fünf Minuten vorgesehen.

Bis tatsächlich alle zehn Minuten eine Tram den Bahnhof Mahlsdorf erreichen wird, wird noch Zeit ins Land gehen. Laut Koalitionsvereinbarung sollte die Strecke im Mahlsdorfer Ortskern bis 2021 zweigleisig ausgebaut sein. Doch eine konsensfähige Lösung scheint nicht in Sicht. Per᠆spektivisch wird im NVP allerdings eine Verlängerung der Linie 62 vom Bahnhof Mahlsdorf bis nach Hellersdorf dargestellt. »Diese Planungen sollten weiter vorangebracht werden, um eine leistungsfähige Nord-Süd-Tangente« im Straßenbahnnetz zu schaffen, so Ronneburg.

Mahlsdorf-Süd/Waldesruh soll in voraussichtlich zwei Jahren eines der Testgebiete für einen Rufbusverkehr werden. Immerhin ein knappes Viertel der Bewohner ist derzeit nicht adäquat an den Nahverkehr angebunden. Die Straßen im Quartier sind wegen ihrer engen Querschnitte und ihres teilweise schlechten Zustands ungeeignet für regulären Linienbusverkehr.

Obwohl Ronneburg insgesamt sehr zufrieden mit den Vorschlägen der Planer ist, sieht er auch noch Nachbesserungsbedarf. »Ich kann nicht nachvollziehen, warum der im Entwurf vorliegende Nahverkehrsplan einem Seilbahn-Betrieb an den ›Gärten der Welt‹ im Rahmen des ÖPNV eine kategorische Absage erteilt«, so der Politiker. Er bemängelt auch, dass die Einrichtung eines Regionalbahnhaltes Springpfuhl im Entwurf nicht enthalten ist.

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