Werbung

Rolle rückwärts in Argentinien

Martin Ling über die gestoppte Abtreibungsliberalisierung

  • Von Martin Ling
  • Lesedauer: 2 Min.

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Es ist ein herber Rückschlag für Argentiniens Frauenbewegung: Die Liberalisierung der extrem restriktiven Abtreibungsregelung bleibt aus - vorerst. Die neue Regelung, wie sie im Abgeordnetenhaus Mitte Juni eine knappe Zustimmung erfuhr, fand in der zweiten Kammer, dem Senat, eine relativ deutliche Abfuhr. Dabei wäre die Regelung »nicht mehr als ein Menschenrecht, das Argentinien seit Langem missachtet«, wie es die argentinische Schriftstellerin Claudia Piñeiro ausdrückte.

Gefährliche Verbote
Schwangerschaftsabbrüche werden trotz rechtlichen Fortschritten noch in vielen Ländern kriminalisiert

Die Fakten schreien zum Himmel: Seit dem Ende der zivil-militärischen Diktatur 1983 sind laut Schätzungen mindestens 3000 Frauen an den Folgen einer heimlichen Abtreibung gestorben. Es werden weitere Opfer hinzukommen, bis der auf Demonstrationen zu hörende Slogan »Aborto legal en el hospital« (Legale Abtreibung im Krankenhaus) Realität wird. Das aber ist »nur« eine Frage der Zeit. Denn es sind zuvorderst junge Mädchen und junge Frauen, die sich den Kampf für Abtreibung zu eigen gemacht haben und ihn vorantreiben. Sie haben schon einen guten Teil von Abtreibungsgegnern, angefangen bei ihren Großeltern, überzeugt.

Auch in der Bevölkerung befürworten laut einer Studie 59 Prozent die Liberalisierung und Entkriminalisierung von Abtreibung. Es fehlt nur noch der Senat. Und nach den Wahlen 2019 wird Argentiniens Kongress jünger sein als jetzt. Viel spricht dafür, dass der nächste Anlauf, der achte, dann den gesamten Kongress passiert. Zeit wäre es.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

9 Ausgaben für nur 9 €

Jetzt nd.DieWoche testen!

9 Samstage die Wochenendzeitung bequem frei Haus.

Hier bestellen