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Spielendes Lernen

Lena Tietgen über den Einsatz von Computerspielen im Unterricht

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Erinnern Sie sich an die Momente, in denen Sie spielerisch mit dem Lernstoff umgingen? Als in Mathe beim Auflösen der Gleichungen nach X spielerisch leicht das Regelwerk erlernt wurde? Oder die Zeit der selbst kreierten Geheimsprachen, in denen selbstbestimmt alle gelernten grammatischen und orthografischen Regeln über Bord geworfen wurden? Ganz zu schweigen von physikalischen und chemischen Experimenten, dem Kauderwelsch fremder Sprachen, den poetischen Versuchen im Poesiealbum oder dem Pressen gepflückter Blumen.

Wie schreibt Friedrich Schiller in seinem 15. Brief über die ästhetische Erziehung des Menschen so schön: »Der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Wortes Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.« Wir stellen bewundernd fest, jemand lerne spielend, und meinen, das Lernen fliege ihm zu. Es ist also ein Irrtum anzunehmen, hier sei das Lernen, dort das Spiel.

Spätestens mit der Erfindung des Computerspiels ist die Dichotomie von Spiel und Ernst hinfällig. Ich würde noch weiter gehen und behaupten, das Lernen zukünftiger Generationen wird spielebasiert sein. In Spielen, in denen es um Lösen gemeinsamer Aufgaben geht, eingebettet in Erzählungen über die Welt und in der Welt, wird das Ich gestärkt und Gesellschaft kreiert.

Die Frage ist also nicht, ob Computerspiele in den Schulen zum Einsatz kommen sollen, sondern wie sie eingesetzt werden müssen. Wie können durch sie kulturelle Basiskenntnisse erlernt und Gelerntes wieder kritisch reflektiert werden? Und selbstverständlich muss darauf geachtet werden, dass dieser kulturelle Schritt nicht den Prämissen des Marktes unterworfen wird und lediglich dem Profitinteresse großer Internet- und Computerkonzerne dient.

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