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Migranten sind öfter arm

WSI-Studie: Anstieg der Altersarmut hierzulande vorerst gestoppt

  • Lesedauer: 2 Min.

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Armutsquote: Migranten sind öfter arm

Düsseldorf. Die Armutsquote in Deutschland erreichte im vergangenen Jahr laut einer aktuellen Auswertung der Hans-Böckler-Stiftung einen neuen Höchststand. Insgesamt mussten im vergangenen Jahr 15,8 Prozent der Bevölkerung in der Bundesrepublik ihren Lebensunterhalt mit einem Einkommen unterhalb der Armutsgrenze bestreiten, wie die gewerkschaftsnahe Stiftung am Freitag in Düsseldorf mitteilte. Das waren 0,1 Prozentpunkte mehr als im Jahr zuvor. Hierzu wertete das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der Stiftung unter anderem Daten des Mikrozensus aus. Die Armutsrisikoschwelle liegt bei 60 Prozent des mittleren Einkommens. Wer darunter liegt, gilt als armutsgefährdet. Zuerst hatte »Spiegel Online« über die Untersuchung berichtet.

Hauptgrund für den Anstieg der Quote sei das höhere Armutsrisiko unter Einwanderern, deren Zahl durch den starken Flüchtlingszuzug in den Jahren 2015 und 2016 deutlich zugenommen habe, hieß es. Demnach ist die Armutsquote in der Gruppe der Einwanderer um 0,9 Prozentpunkte auf 30,3 Prozent gestiegen. Bei den in Deutschland geborenen Menschen mit Migrationshintergrund sei sie jedoch um 0,1 Prozentpunkte auf 24,9 Prozent gesunken, bei den Menschen ohne Migrationshintergrund sogar um 0,3 Prozentpunkte auf 11,8 Prozent.

Die Kinderarmut ist der Stiftung zufolge von 20,2 Prozent im Jahr 2016 auf 20,4 Prozent im Jahr 2017 gestiegen. Während auch hier die Armutsquote bei den Kindern ohne Migrationshintergrund um 0,4 Prozentpunkte auf 12,8 Prozent gesunken ist, ist sie bei Kindern mit Migrationshintergrund allerdings gestiegen. Demnach lag die Armutsquote bei Eingewanderten bei 54,3 Prozent und bei in Deutschland geborenen Kindern mit ausländischen Wurzeln bei 28,2 Prozent.

»In den kommenden Jahren sollte die Kinderarmut jedoch auch in diesen Gruppen zurückgehen, da die große Zahl der 2015 eingewanderten Minderjährigen nach und nach die Altersgrenze von 18 Jahren überschreiten wird«, prognostizieren die Forscher der Stiftung jedoch.

Bei der Altersarmut gab es den Angaben zufolge in allen Kategorien einen leichten Rückgang. Sie sei bundesweit um 0,2 Prozentpunkte auf das Niveau von 2015 (14,6 Prozent) zurückgegangen. Die Forscher betonten, dass der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund bei den über 65-Jährigen aber geringer (elf Prozent) als an der Gesamtbevölkerung (24 Prozent) sei.

Die Hans-Böckler-Stiftung unterstrich am Freitag, dass es angesichts dieser Entwicklungen weiter die zentrale Herausforderung sei, zugewanderte Menschen sprachlich sowie beruflich zu qualifizieren und schnell in den Arbeitsmarkt zu integrieren. epd/nd

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