Werbung

Kokettieren und drohen

Roland Etzel zu Erdogans vermeintlichem Blick nach neuen Freunden

  • Von Roland Etzel
  • Lesedauer: 2 Min.

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Ein US-amerikanischer Pastor in einem türkischen Gefängnis bringt die Militärallianz zwischen beiden Staaten in Gefahr? Mit Sicherheit nicht, auch weil es der türkische Präsident Erdogan laut ausgesprochen hat. Zweifellos aber möchte er etwas gegen seine christliche Geisel eintauschen, am liebsten seinen Lieblingsschuldigen am Dilettantenputsch von 2016, wenn es überhaupt einer war - den im US-Exil lebenden Prediger Gülen. Doch das kann Washington nicht tun, weil es sonst als Befehlsempfänger Ankaras dastünde.

Natürlich kann und will Erdogan nicht mit der NATO brechen, aber wenigstens den Preis hochtreiben für auch künftiges Wohlverhalten an der Südostflanke des Pakts. Wenn Trumps Militärberater ihrem Präsidenten eingetrichtert haben, dass dies für die US-Mitteloststrategie vorteilhafter ist, als aus der Hüfte mit Strafzöllen auf die Türkei zurückzuschießen, wird es bei der verbalen Kraftmeierei bleiben.

Darauf wartet Erdogan offenbar, denn er pokert hoch; hat wohl auch im Machtrausch aus dem Auge verloren, dass Finanzmärkte und Investoren - die türkische Wirtschaft lebt, aber sie lebt auf Pump - sich nicht so handzahm aus seinem Palast dirigieren lassen wie Parlament und Regierung. Noch glaubt ihm die Mehrheit seiner nationalistisch verzückten Bürger, dass das Ausland am momentanen Absturz der Lira schuld ist. Noch.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

9 Ausgaben für nur 9 €

Jetzt nd.DieWoche testen!

9 Samstage die Wochenendzeitung bequem frei Haus.

Hier bestellen