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Wenn ein Bußgeldbescheid aus dem Ausland eintrifft ...

Tipps für Autofahrer

  • Von Gerd Achim Klöß
  • Lesedauer: 2 Min.

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Viele Urlauber entscheiden sich für einen Roadtrip quer durch Europa. Doch was zunächst nach Abenteuer und grenzenloser Freiheit klingt, kann im Nachhinein teuer werden - spätestens dann, wenn ein Bußgeldbescheid aus dem Ausland ins Haus flattert. Welche Konsequenzen hat es, wenn der Strafzettel zu Hause einfach in der Schublade verschwindet?

Das Problem: Selbst wer sich zuvor ausgiebig informiert, kann leicht in die (Radar-)Falle tappen. Wer schon seit Jahren immer wieder in dasselbe Urlaubsdomizil reist, sollte unter anderem die aktuellen Tempolimits kennen und sich nicht nur auf seine bisherige Erfahrung verlassen.

Gerade in Skandinavien kann das Überschreiten der Höchstgeschwindigkeit teuer werden. So müssen Sie in Schweden mit mindestens 250 Euro Bußgeld rechnen, in Norwegen zahlen Sie sogar mindestens 395 Euro, wenn Sie zu schnell unterwegs sind.

Doch wie sollte man reagieren, wenn ein Bußgeldbescheid aus dem Ausland im Briefkasten landet? Aufgrund des europäischen Vollstreckungsabkommens aus dem Jahr 2010, können Bußgelder aus dem EU-Ausland auch in Deutschland vollstreckt werden.

Ignorieren sollten Sie den Bescheid nicht. Allerdings ist dabei eine Bagatellgrenze von 70 Euro vorgesehen, was bedeutet, dass kleinere Geldbußen nicht in Deutschland eingetrieben werden können. Doch Vorsicht: Die 70-Euro-Grenze bezieht sich nicht auf das reine Bußgeld, sondern schließt auch Verfahrenskosten mit ein.

Außerdem gibt es eine Ausnahme, von der viele Reisende nichts wissen: Österreichische Bußgelder werden aufgrund eines gesonderten Abkommens schon ab 25 Euro in Deutschland vollstreckt.

Gerade wenn Sie vorhaben, das Urlaubsland noch einmal zu besuchen, sollten Sie einen gültigen Bußgeldbescheid umgehend bezahlen. Bei Kontrollen können alte Geldstrafen auch nachträglich noch eingetrieben werden - und das sogar noch bis zu fünf Jahre später, wie etwa in Italien.

Das gilt nicht nur für Verkehrskontrollen: Auch wenn Sie sich für eine Flugreise entscheiden, können Beamte Sie am Flughafen zur Zahlung des alten Bußgeldes auffordern.

Der Autor ist Rechtsanwalt für Verkehrsrecht und Kooperationsanwalt der Deutschen Anwaltshotline.

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