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Delhi nur im Mittelfeld

Indischer Städteindex gibt für 111 urbane Zentren erstmals umfassend Auskunft über Lebensbedingungen

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Lokale Regierung, Soziales, Wirtschaft und Infrastruktur sind die zentralen Säulen, anhand derer in 78 einzelnen Parametern errechnet wurde, wie lebenswert die Städte sind. Erstmals hat es in Indien eine so detaillierte Untersuchung gegeben. Das Abschneiden mancher Metropolen auf dem Subkontinent ist überraschend. Die Infrastruktur fällt mit 45 Prozent ins Gewicht, lokale Verwaltung und soziale Indikatoren liegen bei je einem Viertel, mit fünf Prozent fließt die Ökonomie mit in die Betrachtungen ein. Zu den einzelnen Parametern gehören Sicherheit für die Bürger, Müll, Abwasser oder Bildung.

Das gute Abschneiden von Pune ist keine große Überraschung. Wer Einwohner oder Kenner des Landes nach denkbaren Favoriten fragen würde, bei dem würde die vier Stunden von der Wirtschaftsmetropole Mumbai entfernte moderne Großstadt unbedingt ganz vorn in den Nennungen auftauchen. Pune ist eine Art Wohlstandsoase, in der sich zahlreiche zur Mittel- und Oberschicht gehörenden Inder niedergelassen haben - darunter viele, die nach Jahren im Ausland in die Heimat zurückgekehrt sind und die auf vergleichbare Umstände zum früheren Leben in London, Kanada oder Kalifornien nicht verzichten wollen. Seit der Jahrtausendwende sind immer mehr Stadtviertel, errichtet von Wanderarbeitern aus den ärmsten Unionsstaaten wie Bihar und Jharkhand, in die Höhe geschossen. Abgeriegelte Wohnkomplexe, in die außer den hier Ansässigen und ihren Besuchern niemand hineinkommt, waren in Indien erstmals hier in größerer Zahl zu finden. Auch was Sauberkeit anbelangt, ist die Dreieinhalb-Millionen-Stadt anderen deutlich voraus.

Dass Greater Mumbai, die auf einer Halbinsel gelegene Megametropole mit besonders ausgeprägten Kontrasten zwischen schreiender Armut und Superreichen sowie das nebenan auf dem Festlandsstreifen befindliche Navi Mumbai die Plätze zwei und drei belegen, hätte nicht jeder auf der Liste gehabt. Thane, ein ebenfalls zum größten urbanen Ballungsraum gehörender Vorort im Norden mit eigenem Stadtrecht, schafft es auf Rang sechs unter die Top Ten. Ebenfalls dort zu finden sind Tirupati im Südosten (4), das nach der indischen Teilung mit Grundsteinlegung 1952 vom schweizerisch-französischen Architekten als Planstadt künstlich geschaffene Chandigarh (5), Raipur (7), Indore (8), Vijayawada (9) und Bhopal (10), berühmt-berüchtigt durch das schwere Gasunglück, das sich dort 1984 in der Chemiefabrik des Konzerns Union Carbide ereignete. Mit Einwohnerzahlen von anderthalb bis zwei Millionen Einwohner sind diese Regionalzentren in ihrer Struktur am besten miteinander vergleichbar.

Delhi schaffte es unter 111 betrachteten Städten nicht über den 65. Platz im unteren Mittelfeld hinaus. Zwar verfügt die Hauptstadt mit über 200 Streckenkilometern über das ausgedehnteste U-Bahnnetz aller Metropolen, während in anderen die Metrozüge erst auf wenigen Abschnitten rollen. Doch ächzt die Hauptstadt unter gravierender Luftverschmutzung. Die Werte sprengen an besonders schlechten Tagen schon mal die Skala der Messgeräte.

Varanasi - Wahlkreis von Premier Narendra Modi - schafft es mit Rang 33 ins erste Drittel, zehn Plätze besser ist Ahmedabad, Hauptstadt des Bundesstaates Gujarat, wo Modi lange Chefminister war. Auf gleichem Niveau liegt mit Rang 27 Hyderabad, eine der zehn größten Städte und bekanntes IT-Zentrum. Chennai (ehemals Madras) belegte Rang 14. 60 000 Bürger hatten sich an der vier Monate dauernden Erhebung beteiligt.

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