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Theater um die Kammeroper Rheinsberg

Kulturministerin präsentiert Georg Quander als künstlerischen Direktor der Musikkultur GmbH

  • Von Wilfried Neiße
  • Lesedauer: 3 Min.

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Mit Professor Georg Quander hat Kulturministerin Martina Münch (SPD) am Dienstag den neuen künstlerischen Direktor der Musikkultur Rheinsberg GmbH vorgestellt. Er übernimmt die Verantwortung für die Kammeroper und die Musikakademie. Der Ministerin zufolge wird die Fusion beider Einrichtungen vorangetrieben, auch wenn der Gründer der Kammeroper Schloss Rheinsberg, Komponist Siegfried Matthus, energisch dagegen sei.

In den vergangenen vier Jahren hatte Frank Matthus, der Sohn des bekannten Komponisten, die Leitung der Kammeroper inne. Das endet nun. Auf die Frage, ob sich Frank Matthus um die Stelle des Direktors beworben habe, und ob der Name Matthus mit der Personalentscheidung nun aus Rheinsberg verschwinden werde, sagte die Ministerin, letzteres sei mitnichten der Fall. »Selbstverständlich wird der Name Matthus weiter eine Rolle spielen.« Sie könne sich vorstellen, dass Frank Matthus, der seit 2014 »sehr erfolgreich« gearbeitet habe, künftig einzelne Inszenierungen übernehmen und sich also weiter einbringen werde. Was Frank Matthus als künstlerischer Direktor der Kammeroper in den vergangenen vier Jahren geleistet habe, sei bemerkenswert und sie freue sich auf die Weiterentwicklung. Eine Bewerbung sei ihm jedoch nicht möglich gewesen, weil der Aufsichtsrat den Kreis der angeschriebenen Personen von vornherein beschränkt und sich nicht für den Weg einer offenen Ausschreibung entschieden habe. Auf die Frage, ob eine solche beschränkende Vorauswahl bei der Postenbesetzung eigentlich günstig sei, antwortete sie: »Man kann beides.«

Ausdrücklich begrüßte Münch die Wahl des neuen Direktors Quander, der als einstiger Intendant der Berliner Staatsoper Unter den Linden »beste Kontakte in die nationale und internationale Musiktheater- und Festivalszene« besitze. Professor Quander habe ferner als Kulturdezernent der Stadt Köln, als Librettist und beim Film gearbeitet. Die ad hoc eingesetzten Findungskommission habe eine »sehr gründliche Arbeit geleistet«, lobte die Ministerin.

Als »konsequenten Schritt« bezeichnete Münch die Fusion von Kammeroper und Musikakademie, auch wenn die Notwendigkeit dieser Maßnahme dem Gründer Siegfried Matthus leider nicht näher zu bringen sei. Münch sprach von einem alten Menschen, der sein Lebenswerk in Gefahr sehe, und also versuche, das Ganze zu verhindern. Davon unberührt bleibe, dass es Siegfried Matthus zu danken sei, dass es die Kammeroper mit ihrer außerordentlichen Strahlkraft überhaupt gebe.

Der neue Direktor Quander erklärte, mit der Arbeit in Rheinsberg am 1. Oktober beginnen zu wollen. Was in den vergangenen Jahren unter maßgeblicher Initiative von Siegfried Matthus entstanden sei - darunter das internationale Festival mit jungen Opernsängern - das sei »einmalig« und »genial«. Viele machten später Karriere. Diese von Matthus begründete Tradition weiterzuentwickeln sei eine ehrenvolle und spannende Aufgabe. Doch seien »gewisse Reibungsverluste« aufgetreten. Die Musikakademie sei »gut positioniert«, aber »ausbaufähig.« Quander kündigte an, »neue Formate« entwickeln zu wollen und den Schwerpunkt eindeutig »in Richtung zeitgenössischer Musik« zu setzen. Trotz des organisatorischen Zusammenschlusses würden »beide Einrichtungen beibehalten«.

Der neue Direktor möchte Gastprofessoren zum Zuge kommen lassen und dabei mit Musikhochschulen kooperieren. »Es müssen nicht nur die beiden Berliner Musikhochschulen sein.« Die Ministerin kündigte an, das Land werde seinen Zuschuss von 1,04 Millionen Euro im Jahr 2014 auf 1,86 Millionen im Jahr 2020 erhöhen.

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