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  • Minderjährige aus Mittelamerika

Migranten werden nach Abschiebung ausgegrenzt

Unicef: Psychologischer Stress und wirtschaftliche Not trifft Kinder nach der Abschiebung aus den USA

  • Lesedauer: 2 Min.

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New York. Minderjähriger Migranten, die die USA oder Mexiko zurück in ihre Herkunftsländer schicken, werden dort einem neuen Unicef-Bericht zufolge häufig ausgegrenzt und mit Gewalt konfrontiert. Stigmata, psychologischer Stress und wirtschaftliche Not erschwerten es den Kindern, dort wieder Fuß zu fassen, heißt es in dem am Donnerstag veröffentlichten Bericht des UN-Kinderhilfswerks. Die Vorstellung, man könne Migranten im Kindheitsalter einfach wieder in ihre Gemeinden integrieren, sei zu kurz gegriffen. Das sei viel »komplizierter«.

Eltern bezahlen laut Unicef rund 15.000 Dollar (13.300 Euro), um ein unbegleitetes Kind von einem Schmuggler beispielsweise in die USA bringen zu lassen. Häufig stammen die Kinder aus Honduras, Guatemala und El Salvador. Arme Familien finanzierten diesen Weg häufig, indem sie ihr weniges Eigentum verkaufen oder Kredite aufnähmen. Die Kinder hätten dann oft kein Zuhause, in das sie zurückkehren könnten, sagte María Cristina Perceval, Unicef-Direktorin für Lateinamerika und die Karibik. Sie »machen hohe Schulden oder kommen ins Visier von Gangs«. Damit steige die Wahrscheinlichkeit, dass diese Kinder den Weg in ein anderes Land erneut auf sich nehmen.

Auch erwachsene Rückkehrer würden nach ihrer Rückkehr stigmatisiert, erläutert der Bericht. Ihnen würde etwa Arbeit verweigert, weil sie »im Versuch scheiterten, die Vereinigten Staaten zu erreichen und dort zu bleiben«.

El Salvador, Guatemala und Honduras gehören zu den ärmsten Ländern Lateinamerikas. In El Salvador leben nach Unicef-Angaben 44 Prozent der Kinder in Armut, in Guatemala und Honduras sind es 68 und 74 Prozent. Die Gewalt gegen Kinder ist sehr hoch. Zwischen 2008 und 2016 wurde in Honduras durchschnittlich ein Kind pro Tag getötet. In El Salvador wurden allein im vergangenen Jahr 365 Kinder ermordet. In Guatemala kamen im vergangenen Jahr 942 Mädchen und Jungen gewaltsam zu Tode. Agenturern/nd

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