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Windgott umkreist bald die Erde

Satellit »Aeolus« soll die Wettervorhersage deutlich verbessern

  • Von Ira Schaible, Darmstadt
  • Lesedauer: 2 Min.

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Der ESA-Wissenschaftssatellit »Aeolus« soll völlig neue Erkenntnisse für die Wettervorhersagen bringen. Wie beeinflussen Winde in den tropischen Bereichen des Pazifiks das Wetter in Europa? Können bessere Beobachtungen eines Höhenwindes Sturmprognosen verbessern? Dazu sollen erstmals Windprofile aus dem All erstellt werden. »Wir erwarten, dass die Messungen von «Aelous» die Modelle der Winddynamik der Erdatmosphäre deutlich voranbringen«, sagte ESA-Wissenschaftlerin Anne Grete Straume. »Aeolus« soll am 21. August vom Weltraumbahnhof Kourou starten.

Zwar gibt es Wetterballone, Bojen, Schiffe, Flugzeuge und Satelliten, die Daten über Winde liefern. Doch auf der Südhalbkugel, über den Ozeanen, den Tropen und oberhalb von zehn Kilometern ist dieses Netz dünn. »Aeolus« soll erstmals die Windgeschwindigkeit rund um den Globus aus 30 Kilometern Höhe bis zum Boden oder über dicken Wolken messen. Voraussichtlich innerhalb des ersten Jahres nach dem Start von »Aeolus« werden europäische Wetterdienste die Daten berücksichtigen können. Die Fachwelt erwarte, dass vor allem die Fünf-bis-Sieben-Tage-Vorhersage damit »signifikant besser« werde. Meteorologe Alexander Cress vom Deutschen Wetterdienst verspricht sich zudem eine Verbesserung für die Zwei-bis-Vier-Tage-Vorhersage. »Es gibt derzeit keine Windprofile von Satelliten, nur einzelne Messungen.«

Das Instrument »Aladin« bestehe aus einem Laser, einem Spiegelteleskop und einem Set aus Lichtempfängern und -detektoren. Es sende Licht in die Atmosphäre, wo es von Luftmolekülen, Staubpartikeln und Wassertröpfchen zerstreut werde. Aus den zum Satelliten zurückkommenden Strahlen lasse sich die Geschwindigkeit der Luft ablesen, so die ESA. Mit den so entstehenden Daten ließen sich dann besonders präzise Windgeschwindigkeitsprofile erstellen - mit einer Genauigkeit von bis zu einem Meter pro Sekunde. »Aeolus« wird die Erde in 320 Kilometern Höhe umkreisen. Weil Luftwiderstand und Reibung die Sonde in der Höhe bremsen und in den Sinkflug schicken, sind permanente Manöver und Korrekturen der Flugbahn notwendig. Voraussichtlich nach vier Jahren werde der Treibstoff aufgebraucht sein und der Satellit verglühen. dpa/nd

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