Werbung

Die gemordete Stadt

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Dieser Blick vom Rathausturm auf die Ruine der Nikolaikirche und ein verwaistes Terrain, fotografisch festgehalten im Sommer 1971, erinnert an die verheerenden Zerstörungen Berlins in den letzten Kriegsmonaten.

Dem Chronistenpaar Vera und Dieter Breitenborn verdanken wir zudem dokumentarische Zeugnisse des Wiederaufbaus Anfang der 1980er Jahre. Rechtzeitig vor der 750-Jahrfeier der Stadt ist das Nikolaiviertel, das älteste Siedlungsgebiet an der Spree und Wiege der späteren Doppelstadt Berlin-Cölln, in fast alter Schönheit wieder auferstanden.

Benedict Goebel, der 2003 an der Humboldt-Universität zum Thema »Der Umbau Alt-Berlins zum modernen Stadtzentrum« promovierte und als Kurator stadtgeschichtlicher Ausstellungen sowie Dozent für Architekturgeschichte in Berlin tätig ist, hat sich in seinem Text-Bild-Band »Mitte!« auf die Spur nicht nur kriegebedingter Zerstörungen sowie baulicher Veränderungen in Berlin-Mitte von Mitte des 19. Jahrhunderts bis heute begeben. »Seit über 150 Jahren wird die Stadt Berlin immer wieder neu erfunden - teils aus der Notwendigkeit des Wachstums als Reichshauptstadt seit 1871, teils auch aus Gigantomanie der faschistischen Hauptstadt im Stile Albert Speers«, bemerkt er eingangs. Und informiert des Weiteren: »In der krisengeprägten Weimarer Republik kam der Neubau im Stadtkern nahezu zum Erliegen.«

Der Autor - der leider mainstreammäßig die relativierende Begrifflichkeit von den »beiden deutschen Diktaturen« nutzt - klagt Sünden im Nachkriegsberlin Ost wie West an, ähnlich wie schon Wolf Jobst Siedler in seinem Buch »Die gemordete Stadt« von 1964. Hässliche Plattenbauten und Betonwüsten gab es auf beiden Seiten der Mauer. Man kann aber trefflich darüber streiten, ob das Hochhaus des MfAA - des Ministeriums für Auswärtige Angelegenheiten der DDR -, ob das avantgardistische »Ahornblatt« auf der Fischerinsel und ob natürlich der Palast der Republik nach 1990 tatsächlich hätten abgerissen werden müssen. Ganz zu schweigen vom jüngsten, einer dubiosen Kumpanei von Senat und Immobilienhaien entsprungenen Wahn, teure und den Stadtkern verschandelnde Appartmentblöcke zu errichten, die fast die Friedrichswerdersche Kirche zum Einsturz brachten. Goebel unterbreitet Vorschläge, wie sich Berlins Mitte weiterentwickeln kann - und veröffentlicht einen Aufruf der Planungsgruppe Stadtkern des Bürgerforums Berlin e.V. zur Wiedergewinnung eines möglichst authentischen Antlitzes der Stadt. ves Foto: Lukas Verlag

Benedikt Goebel: Mitte! Modernisierung und Zerstörung des Berliner Stadtkerns von 1850 bis zur Gegenwart. Lukas Verlag, 157 S., br., 19,80 €.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

9 Ausgaben für nur 9 €

Jetzt nd.DieWoche testen!

9 Samstage die Wochenendzeitung bequem frei Haus.

Hier bestellen