227 Autos wurden im ersten Halbjahr angezündet

227 Autos sind in Berlin im ersten Halbjahr dieses Jahres direkt angezündet oder bei Brandanschlägen beschädigt worden. Dabei geht nach derzeitigen Ermittlungen nur ein Fünftel der abgefackelten Autos auf das Konto von Linksradikalen, Neonazis oder sonstigen politisch motivierten Kriminellen, wie die Polizei mitteilte.

Die meisten Brandstifter hatten andere Gründe, etwa Vandalismus, Versicherungsbetrug, persönliche Racheakte oder die Vertuschung anderer Delikte. Die Kriminalpolizei konnte bisher nur vier Verdächtige ermitteln.

Ob es sich bei den mutmaßlichen Tätern um politische Aktivisten oder Kriminelle handelt, erschließt sich häufiger aus den Umständen der Tat, den angezündeten Autos und ihren Besitzern und möglichen Bekennerschreiben im Internet. Die Halbjahreszahlen deuten im Vergleich zu 2017 auf einen Anstieg bei den angezündeten und beschädigten Autos hin. Damals waren im gesamten Jahr 386 Autos angezündet oder beschädigt worden. Davon hatten Linksradikale und Rechtsextremisten 27 Brandanschläge mit 49 ganz oder teilweise zerstörten Autos verübt. In diesem Jahr wurden bisher bei 16 Brandanschlägen von extremistischen Tätern 29 Autos angezündet und weitere 15 Fahrzeuge durch Feuer beschädigt. In 13 Fällen geht die Polizei von Linksradikalen aus, einmal von rechtsextremistischen Tätern und zweimal von einem Zusammenhang zum Ausland. Ziel der Linksradikalen waren besonders oft Autos von Firmen. So wurden im Frühsommer in Friedrichsfelde auf dem Gelände einer Telefonfirma sechs Autos angezündet. Kurz davor traf es fünf Transporter der Deutschen Bahn in Rummelsburg. dpa/nd Foto: dpa/Paul Zinken

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