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Fliegen statt bohren

Im sächsischen Erzgebirge wird die Rohstoffsuche aus der Luft jetzt praktisch getestet

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Geyer. Im Erzgebirge läuft seit einigen Tagen die Rohstofferkundung aus der Luft. In einem von der Europäischen Union geförderten Projekt testen Wissenschaftler aus Freiberg in der Region der Stadt Geyer zehn Tage lang innovative und umweltschonende Technologien, um nach unterirdischen Rohstoffen zu suchen. Dafür fliegt ein Hubschrauber in einer Höhe von 60 bis 70 Metern über dem Erdboden und schleppt an einem 30 Meter langen Seil eine Sonde hinter sich her.

In Geyer gehe es vorrangig darum, geologische Eigenschaften des Untergrundes zu erkunden, die Hinweise auf Gestein mit Metallen wie Zinn, Wolfram, Zink und Indium geben könnten, teilte das Helmholtz-Institut Freiberg für Ressourcentechnologie (HIF) mit. Das HIF gehört zum Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf und arbeitet eng mit der TU Bergakademie Freiberg zusammen. Das von der EU bis zum Jahr 2020 mit 5,6 Millionen Euro finanzierte Verbundprojekt trägt den Namen INFACT (Innovative, Non-Invasive and Fully Acceptable Exploration Technologies). Es gehe dabei auch darum zu erfahren, wie die Bevölkerung Rohstoffsuche und Bergbau akzeptiert.

Dafür wurde gemeinsam mit der Firma Dialogik GmbH zu einem »Erlebnistag Rohstoff-Forschung« auf den Sportplatz in Geyer eingeladen. Auch der Hubschrauber konnte dort besichtigt werden.

Laut Helmholtz-Institut kommen bei den Testflügen bei Geyer zwei unterschiedliche Technologien zum Einsatz. Zum einen wird ein Magnetfeld-Messsystem des Unternehmens Supracon aus Jena erprobt. Dies sei das bislang einzige System weltweit, das aus der Luft die Veränderung des Erdmagnetfeldes durch magnetische Materialien wie Erz bestimmen kann. Außerdem soll ein Sensor aus Kanada die elektrischen Eigenschaften des Untergrunds ermitteln.

Das rund 58 Quadratkilometer große Areal für die Testflüge im Erzgebirge schließt besiedelte Gebiete laut HIF aus. Es ist eins von drei Testgebieten in Europa. Neben Geyer wurden Gerena und Minas de Rio Tinto in Spanien sowie das finnische Sakatti nördlich des Polarkreises ausgewählt. Kriterien waren Klima, Lagerstätten, Bergbau-Historie und Bevölkerung. »Wir wollen die Genauigkeit überprüfen, mit der neue Verfahren den Boden erkunden. Die umfangreichen Kenntnisse über den Untergrund des Erzgebirges dienen uns quasi als Vergleichsquelle«, sagte Projektleiter Richard Gloaguen. dpa/nd

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