Werbung

Nicht hinnehmen

Ines Wallrodt über die Spaltung des Arbeitsmarkts in Ost und West

  • Von Ines Wallrodt
  • Lesedauer: 2 Min.

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Es ist eine alte Tatsache, dass im Vergleich zum Westen in Ostdeutschland weniger Betriebe tarifgebunden sind und die Zahl der Gewerkschaftsmitglieder unter den Beschäftigten erheblich geringer ist. Beides hängt miteinander zusammen und gehört wiederum zu den Ursachen für die anhaltende Spaltung am Arbeitsmarkt, die sich unter anderem in längeren Arbeitszeiten und geringeren Einkommen ausdrückt. Es ist richtig, sich mit dieser Ungleichheit der Lebensverhältnisse nicht abzufinden und die Bundesregierung in die Verantwortung zu nehmen. Aber sind die Ossis nicht auch ein bisschen selber schuld? Wer hindert sie denn daran, sich einer Gewerkschaft anzuschließen? Das würde auf jeden Fall helfen.

Doch so einfach ist es nicht. In Ostdeutschland sind alle Strukturmerkmale, die auch im Westen zu »weißen Flecken« führen, besonders ausgeprägt: Die Wirtschaft basiert auf kleinen und mittleren Betrieben vor allem im Dienstleistungssektor. Große Industrieunternehmen, in denen Gewerkschaften traditionell stark sind, fehlen weitgehend, dafür gibt es umso mehr prekäre Jobs. Bei den Älteren spielt die Delegitimierung von Gewerkschaften durch ihre Indienstnahme in der DDR ebenso eine Rolle wie die Erfahrung von Machtlosigkeit angesichts des Kahlschlags in der Ost-Wirtschaft nach der Wende.

Das alles sind Erklärungen. Und doch, all das ändert nichts daran. Schwierig hin oder her: Am Ende führt nichts daran vorbei, dass sich die Ostdeutschen gewerkschaftlich organisieren und für ihre Interessen kämpfen.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

9 Ausgaben für nur 9 €

Jetzt nd.DieWoche testen!

9 Samstage die Wochenendzeitung bequem frei Haus.

Hier bestellen