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Jakiw Palij, 94 Jahre alt, ist am Dienstag mit einer Sondermaschine aus den USA nach Deutschland gebracht worden. Der auf dem Gebiet der heutigen Ukraine zur Welt gekommene gebürtige Pole wird sein Leben wohl in einem Pflegeheim bei Münster beenden. Eine Anklage wäre zwar geboten, ist jedoch unwahrscheinlich. Die Staatsanwaltschaft Würzburg hatte zwar 2015 Ermittlungen gegen ihn eingeleitet, sie aber beendet, als man - anders als im Fall des SS-Hilfswilligen Iwan Demjanjuk - keine belastenden Dokumente finden konnte. Demjanjuk, der von den USA 2009 abgeschoben worden war, wurde in München wegen Beihilfe zum Mord an mehr als 28 000 Menschen zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt.

Dass auch Palij ein Mörder, zumindest aber Mittäter ist, liegt nahe. Denn er war - wie Demjanjuk - ein Trawnik. 4000 bis 5000 solche »Werkzeuge« bildete die SS ab 1941 auf dem Gelände einer Zuckerfabrik südöstlich von Lublin aus. Sie waren im Rahmen der Aktion »Reinhardt« an der Ermordung zehntausender Juden beteiligt, hielten Vernichtungslager am Laufen, rückten gegen die Kämpfer des Warschauer Ghettos vor. Die meisten dieser zumeist aus Polen, der Ukraine oder den baltischen Ländern stammenden Strolche beteuern, sie seien zum Dienst gezwungen worden.

Es gibt dunkle Flecken im Lebenslauf des 94-Jährigen. Und offenkundig sind die USA wie in anderen Fällen damit durchaus zufrieden. Doch: Wie kann es sein, dass nicht nur der Kollaborateur Palij Ende der 1940er Jahre problemlos in die USA gelangen konnte? In Einwanderungspapieren steht, er sei Landarbeiter auf dem Besitz seines Vaters gewesen. Ungehindert bekam der »Bauer« 1957 die US-Staatsbürgerschaft, ging nach Boston, kaufte 1966 ein Haus in Queens. Erst 2001 tauchte ein Ermittler des Amtes für Sonderermittlungen des Justizministeriums (OSI) bei ihm auf. 2003 entzog ein Gericht ihm die US-Staatsbürgerschaft und verfügte die Abschiebung. Polen und die Ukraine lehnten eine Überstellung ab, Deutschland wollte nun ein Zeichen - wofür auch immer - setzen.

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