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Schulerfolg ist messbar

Das Bezirksamt Mitte will mit einem Statistikprojekt für mehr Chancengerechtigkeit in der Bildung sorgen

  • Von Jérôme Lombard
  • Lesedauer: 2 Min.

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In der Kita werden die Weichen für die Schullaufbahn gelegt.
In der Kita werden die Weichen für die Schullaufbahn gelegt.

Was macht eine erfolgreiche Schulkarriere aus? Diese Frage steht im Zentrum des neuen »Bildungsmonitorings in Berlin-Mitte«. Das Gemeinschaftsprojekt des Bezirksamtes Mitte und des Landesamts für Statistik will auf Bezirksebene untersuchen, wie sich Faktoren wie Migrationshintergrund, Mehrsprachigkeit und Berufstätigkeit der Eltern auf den Bildungserfolg des Kindes auswirken. Ziel ist es, anhand der gesammelten Daten für mehr soziale Teilhabe und Chancengerechtigkeit im Bildungswesen zu sorgen.

Am Dienstagnachmittag stellte Ulrike Rockmann, Präsidentin des Statistischen Landesamts, zusammen mit Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel (Grüne) einen ersten Projektbericht vor. »Das Bildungsmonitoring leistet einen wertvollen Beitrag, die Kriterien für einen Bildungserfolg zu verstehen«, sagte von Dassel.

Ausschlaggebend für das Monitoring sei die nach wie vor hohe Zahl von Schulabbrechern in dem multikulturell geprägten Bezirk gewesen, wie von Dassel erklärte. An den 66 öffentlichen Schulen in Mitte gibt es aktuell rund 27 000 Schüler. Davon verlassen 11,5 Prozent die Schule ohne Berufsbildungsreife. Berlinweit liegt die Zahl der Schulabbrecher bei zehn Prozent. »Gute Deutschkenntnisse sind der Schlüssel zum Bildungserfolg«, sagte Statistikchefin Rockmann.

Nun ist diese Erkenntnis keineswegs neu. Durchaus Neuigkeitswert hat aber diese Feststellung: Eltern nichtdeutscher Herkunft schicken ihre Kinder durschnittlich später (mit 2,4 Jahren) in die Kita als Eltern, die daheim Deutsch sprechen (mit 1,3 Jahren). Das konnte Rockmann mittels der Einschulungsdaten von 2017 nachweisen. »Kinder, die früher in die Kita gehen, sprechen besser Deutsch«, sagte Rockmann. Insbesondere dann, wenn sie aus fremdsprachigen Elternhäusern stammten. Allerdings sei hier zwischen Elternhäusern zu differenzieren, in denen neben Deutsch eine weitere Sprache gesprochen wird und solchen, in denen gar kein Deutsch gesprochen wird.

Wieso es diesen Unterschied hinsichtlich des Kitabesuchs gibt, konnte Rockmann nicht erklären. Bezirksbürgermeister von Dassel wagte einen Erklärungsversuch: »Hier muss sich auch die Verwaltung hinterfragen, welche Barrieren zu Kitaangeboten im Bezirk bestehen.« Politisch schlussfolgerte von Dassel daraus, den Zugang zur Kita zu entbürokratisieren und ausreichend Kitaplätze bereitzustellen. Vor dieser Aufgabe stehen freilich alle Bezirke. Das »Bildungsmonitoring« soll in Mitte fortgesetzt werden.

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