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Abgasalarm an der Spree

Auf Berliner Gewässern treffen Forderungen von Umweltbewegung und Wirtschaft aufeinander

  • Von Julia Boving
  • Lesedauer: 2 Min.

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Unangenehmer Dieselgeruch steigt den Menschen beim Überqueren der Weidendammer Brücke in Mitte in die Nase. Daran ist ausnahmsweise mal nicht nur der Autoverkehr schuld. Die Hauptursache für die schlechte Luft findet sich bei einem Blick von der Brücke auf die Spree. Schiffsrundfahrten sind ein touristisches Highlight in der Hauptstadt. Auf der Strecke von der Mühlendammschleuse bis zum Bundeskanzleramt und zurück lassen sich täglich mehrere Hundert Schiffsbewegungen beobachten. Die Strecke liegt inmitten der Berliner Umweltzone. Hier dürfen auf dem Landweg nur Fahrzeuge mit niedrigem Emissionsausstoß fahren, um Belastungen durch Feinstaub und Stickoxide zu begrenzen. Auf den Wasserwegen gilt die Umweltzone nicht. Täglich fahren bis zu 100 Fahrgastschiffe, ausgerüstet mit Dieselmotoren, die keine Rußpartikelfilter besitzen und sich keiner Abgasnachbehandlung unterzogen haben, auf und ab.

»Die Luftverschmutzung durch die Schiffe gefährdet die Gesundheit der Anwohner*innen und aller Menschen, die auf und an der Spree unterwegs sind«, erklärt Umweltexperte Axel Friedrich. Zusammen mit Dietmar Oeliger vom Naturschutzbund führte er am vergangenen Mittwoch verschiedene Messungen zur Luftbelastung an der Spree durch. Die Ergebnisse sind alarmierend. Sowohl auf der Weidendammer Brücke als auch bei einer kurzen Fahrt direkt auf der Spree maßen die Experten Feinstaub- und Stickstoffdioxidwerte, die die vorgegebenen Grenzwerte weit überschritten.

Stickstoffoxid ist der Schadstoff, der auch bei Autoabgasen gemessen wird. Der europäische Grenzwert hierfür liegt bei 40 Mikrogramm pro Kubikmeter in der Außenluft. Auf der Spree konnten bis zu 200 Mikrogramm pro Kubikmeter bei vorbeifahrenden Fährgastschiffen gemessen werden. Axel Friedrich fordert deswegen: »Alle Schiffe auf der Spree müssten sofort mit Rußfiltern nachgerüstet werden.«

Eingeladen zu den Emissionsmessungen hatte der Verband für Elektroschifffahrt und Ladeinfrastruktur e. V., dem Unternehmer*innen rund um die Spree angehören. Der Verband verfolgt neben ökologischen auch ökonomische Interessen. Er fordert die Umsetzung des Parlamentsantrags »Saubere Luft durch schadstoffarme Schiffe« durch den Senat. »Mit den Messungen soll auch politischer Druck ausgeübt werden«, so Katja Graf, Pressesprecherin des Verbands. »Elektroschiffe bekommen an der Spree weder Anlegeplätze noch Steckdosen zum Aufladen«, beklagt Luis Lindner. Er ist Mitgründer des Elektroschifffahrtsverbands, und kritisiert weiter, dass die Anlegeplätze in intransparenten und rechtswidrigen Verfahren an die Reedereien vergeben würden. Im entstehenden Humboldthafen sieht der Verband die Zukunft der Elektroschifffahrt in Berlin.

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